Sie meldet Anzugsdrehmoment: Die kluge Schraube 4.0 denkt mit

Mit seinen smarten Maschinenbauteilen wie der "Schraube 4.0" liefert das Bremer Startup Sensosurf Prozessinformationen für die nächste Ebene, um die "blinden Flecken" in der Produktion sichtbar zu machen.

. Bildquelle: © Sensosurf/Markt&Technik

Smarte Maschinenbauteile - in dieser Ansicht ein Lager - mit Sensorik und einer IoT-Plattform sind das Geschäftsmodell von Sensosurf. Anlässlich der Cebit 2018 in Hannover zeigte das Team um Firmengründer Dr. Cord Winkelmann, was genau unter einer "Schraube 4.0" zu verstehen ist.

Das 2016 in Bremen gegründete Startup Sensosurf widmet sich vor allem der Entwicklung von intelligenten Maschinenkomponenten für den Bereich vorausschauende Wartung, bzw. Predictive Maintenance. Zu diesem Zweck integriert Sensosurf Sensoren unmittelbar in Standard-Maschinenelemente wie Lager, Hebel, Führungen oder Schrauben.

Zur Gewährleistung einer gleichbleibend hohen und skalierbaren Datenqualität für das Machine Learning verwendet Sensosurf neben der passenden Elektronik auch ein speziell abgestimmtes IoT-Framework. Kunden erhalten so auf sie zugeschnittene, spezifische Informationen über ihre Komponenten, Maschinen und Prozesse. Anlässlich der Cebit 2018 in Hannover zeigte das Team um Firmengründer Dr. Cord Winkelmann, was genau unter einer "Schraube 4.0" zu verstehen ist.

"Schraube 4.0" steht für Standard-Gewindestangen, die von Sensosurf durch die Integration von robusten Sensorelementen zu einem smarten Bauteil im Sinne der Industrie 4.0 aufgewertet werden. In Kombination mit der miniaturisierten Ausleseelektronik unterstützt die "Schraube 4.0" den Anwender schon bei der Montage - die im Übrigen wie gewohnt erfolgen kann -, indem sie Auskunft über das erforderliche Anzugsdrehmoment gibt. Später informieren die Sensoren beispielsweise über den Verlust der Vorspannung, über Brüche in der Gewindestange oder der Mutter sowie über mechanische Belastungen durch montierte Bauteile.

Die Konfiguration und Inbetriebnahme des Systems gestaltet sich dabei denkbar einfach, die ermittelten Daten lassen sich zudem auf unterschiedlichen Wegen visualisieren. Als Einsatzbereiche für die "Schraube 4.0" nennt Sensosurf die Branchen Windkraft, Turbinen und Generatoren, Öl- und Gasanlagen sowie Sondermaschinen.

Das High-Tech-Unternehmen Sensosurf wurde 2016 als Spin-Off des Lehrstuhls für Mikrosensoren, -aktoren und -systeme (IMSAS) der Universität Bremen gegründet. Das Startup transferiert erfolgreich Technologien der Mikrosystemtechnik in die rauen Umgebungsbedingungen des Maschinenbaus. Das Startup und seine Gründer gewannen bereits mehrere Auszeichnungen wie den Schaeffler Innovation Award sowie den WECONOMY Award und werden im Rahmen des EXIST-Forschungstransfers durch das Bundesministerium für Wirtschaft und das Accelerator-Programm TechFounders gefördert.