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Arbeit 4.0 – Datenbrillen: Digitale Superkraft durch Wearable Computing

Entscheidend für die Digitalisierung manueller Arbeitsprozesse sind adäquate Mensch-Maschine-Schnittstellen, die das Arbeiten 4.0 ökonomisch effizient und für den Arbeiter sinnvoll gestalten – dabei kann Wearable Computing ein wichtiger Baustein sein.

Ubimax Datenbrillen Bildquelle: © Ubimax

Smarte Produktionshelfer: Datenbrillen im Einsatz bei Automobilzulieferer und Ubimax-Kunde WS Systems

Am Körper tragbare Computergeräte, wie Tablets, Smart­phones oder Datenbrillen, statten den Werker mit Zusatzfunktionen aus. Sie bilden quasi eine Art digitale Superkraft, die den Arbeiter zum Teil der Smart Factory werden lässt. Wearable Computing fungiert so als Brückentechnologie, die die individuelle Leistungseffizienz des einzelnen Arbeiters drastisch verbessern kann.

Friederike Truthe, PR & Marketing Manager bei Ubimax, erläutert dies an einem Beispiel: »Trägt ein Montagearbeiter ein Head-Mounted-Display – kurz HMD – wie eine Datenbrille, werden ihm mithilfe von Augmented Reality alle relevanten Informationen und Arbeitsschritte direkt im Sichtfeld angezeigt. Der Montageprozess kann mit Aufsetzen der Brille sofort beginnen, Bauanleitungen werden digital auf die Datenbrille übertragen. Tritt im Prozess nun außerplanmäßig ein Problem auf, startet der Werker per Sprachbefehl oder Knopfdruck einen Videoanruf mit seiner Vorarbeiterin, die mithilfe des von der Kamera an die Brille übertragenen Videobildes präzise Hilfestellung geben kann.«

Die Datenbrille wird also zum praktischen Tool, das den Arbeiter schneller macht und seine Ergonomie verbessert. Indem er beide Hände frei hat, kann er sich flexibel bewegen: eine Aufwertung seines Arbeitsprozesses mit gleichzeitiger Effizienzsteigerung.

Produktivitätssteigerung und Mitarbeiterzufriedenheit

Die Vorteile liegen laut Truthe auf der Hand und zeigen sich auf verschiedenen Ebenen: »Durch die visuelle oder sprachgesteuerte Unterstützung der Arbeiter, die kontext- und zeitrelevante Anweisungen erhalten, lassen sich überflüssige Prozessschritte minimieren und Fehlerraten senken. Papierbasierte oder statisch positionierte Produktionsanweisungen können so ersetzt und Laufwege der Arbeiter optimiert werden.« Final übernehmen die Brillen eine automatisierte Qualitätssicherung, zum Beispiel durch Abfrage zentraler Tätigkeiten, Soll-Ist-Vergleiche oder die visuelle Dokumentation per Foto- oder Videoaufnahme. Da die Brillen meist mit ERP- oder Lagerverwaltungssystemen verbunden sind, automatisiert sich die Warenwirtschaft simultan. Gleichzeitig tragen Wearables dazu bei, die Sicherheit am Arbeitsplatz zu erhöhen und den Arbeiter auf mögliche Gefahren frühzeitig aufmerksam zu machen.

Eine Produktivitätssteigerung zeigt sich unter anderem in verkürzten Stillstandszeiten. Die Reparatur von defekten Teilen kann schneller vollzogen werden, wenn der Arbeiter Unterstützung durch die Datenbrille bekommt. Auch die Problemdefinition und -behebung während des laufenden Prozesses werden optimiert, wenn bei kritischen Fragen Experten aus der Ferne per Videotelefonie hinzugezogen werden können.