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Arbeit 4.0 – Datenbrillen: Digitale Superkraft durch Wearable Computing

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

"Der Arbeiter hat wieder die Nase vorn"...

In Hinblick auf den Personaleinsatz hilft Wearable Computing Unternehmen gerade bei hoher Personalfluktuation oder saisonalen Schwankungen der Auftragslage. Zudem werden durch den Fernzugriff per Remote-Experten Reisekosten reduziert und Reaktionszeiten verkürzt. »Auch ungelernte Arbeitskräfte können durch HMDs schnell und flexibel an verschiedenen Arbeitsplätzen eingesetzt werden, was dem derzeitigen Facharbeitermangel entgegenwirken kann. Die präzisen Schritt-für-Schritt-Anleitungen ersetzen langwierige Schulungen und leiten die Arbeiter durch Montageabläufe«, erläutert Friederike Truthe.

Nicht weniger relevant ist der Einsatz auch für die Mitarbeitergewinnung, -zufriedenheit und -bindung. Laut einer Studie von Dell und Intel im Jahr 2016 würden 42 % der Millennials ihren Arbeitsplatz aufgrund minderwertiger Technologiestandards verlassen. »Der Einsatz von Datenbrillen eignet sich daher, um Mitarbeiter zufriedenzustellen und sie bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Wichtig ist, Arbeitnehmern die Vorteile durch die Geräte aufzuzeigen und sie frühzeitig in die sich veränderten Abläufe einzubeziehen sowie entsprechend zu schulen«, so Truthe weiter.

Win-Win-Situation für Mitarbeiter und Unternehmen

Um den einzelnen Arbeiter im Optimierungsdrang nicht zu verlieren bzw. den Arbeitsplatz entsprechend umzugestalten, werden innovative Mittel benötigt. Wearable Computing bietet wertvolle Ansatzpunkte zur Problemlösung und kann Unternehmen gleichzeitig den messbaren Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb verschaffen. Unternehmen, die vorne mit dabei sein wollen, nutzen den First-Mover-Advantage und verringern wirtschaftliche Risiken. Sie sind schneller und liefern höhere Qualität und sie bieten ihren Mitarbeitern attraktive Jobs.

Gleichzeitig bleibt mithilfe von Wearable Computing die Daseinsberechtigung des Menschen innerhalb industrieller Abläufe erhalten. Seine Tätigkeiten werden erleichtert, wodurch der Mitarbeiter verbesserte Leistungen abrufen kann. Seine Effizienz steigt und er bleibt im digitalen Wettkampf konkurrenzfähig. Was ihn nämlich auszeichnet: Der Mensch behält seine taktilen Fähigkeiten, die sich in gänzlich computergesteuerten Geräten nur sehr schwer realisieren lassen und auch seine selbstinitiierte Assoziationsfähigkeit, die den künstlichen Intelligenzen fehlt, zeichnet ihn aus. Neue Aufgaben oder Arbeitsstrukturen, wie der Einsatz von Datenbrillen, werden schnell erlernt und ermöglichen eine noch bessere Reaktion auf kurzfristige Veränderungen. Maschinen führen ihre Tätigkeiten zwar sehr schnell und mit hoher Genauigkeit aus, können aber nur auf die Situationen eingehen, für die sie im Vorfeld erdacht wurden. Anders als bei ihren menschlichen Kollegen ist ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit stark begrenzt.

»Durch den Einsatz von Wearable Computing hat der Arbeiter die Nase wieder vorn. Als technologisch unterstützter Mensch wird der Arbeiter patenter Gegenspieler zur vollautomatisierten Maschine«, resümiert Friederike Truthe.