Sie sind hier: HomeThemenSmart Automation / IoTSonstige

Fraunhofer IPA: Reinraum to go

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA hat ein transportables Reinraumsystem namens CAPE entwickelt, das Kontaminationen und Verunreinigungen verhindert und sich in weniger als einer Stunde aufbauen lässt.

Portabler Reinraum CAPE Bildquelle: © Fraunhofer IPA

Um Verunreinigungen und Kontaminationen auf Automatisierungskomponenten, Werkzeugen, Mikrochips, Raumsonden oder medizintechnischen Bauteilen zu vermeiden, lagern Unternehmen ihre kontaminationssensitiven Fertigungs- und Montageschritte in Reinräume aus, die meist teuer sind und nicht vor Querkontaminationen schützen.

Das Fraunhofer-Institut IPA hat mit dem System CAPE nun einen »Reinraum on Demand« entwickelt, der Luftreinheiten von der ISO-Klasse 1 bis 9 ermöglicht, in unterschiedlichsten Ausführungen, Formen und Größen – wahlweise mit und ohne Boden. Das CAPE kann ohne bauliche Anpassungen in der industriellen Fertigung in kürzester Zeit in bestehende Produktionsbereiche integriert werden. Die kleinste Variante misst gerade 30 x 30 Zentimeter. Sie eignet sich z.B. für Lötprozesse, wenn nur ein kleiner Schutzbereich abgeschottet werden soll. Eine Zeltvariante mit einem Gewicht von 60 Kilogramm hat die Maße 3 x 3 x 4 Meter.

CAPE besteht aus einem ausgasungsarmen, wasch- und sterilisierbaren Spezialgewebe, das wie eine Käseglocke von der Decke herabgelassen werden kann oder am Boden ohne Werkzeuge aufgebaut wird. Für die 3 x 3 x 4 Meter große Variante sind nur 30 Minuten erforderlich. »Das 11 x 12 x 7 Meter große System bauen wir in ein bis zwei Tagen auf. Um einen herkömmlichen Reinraum dieser Größe zu installieren, benötigt man ein bis zwei Monate«, sagt Dr. Udo Gommel, Leiter der Abteilung »Reinst- und Mikroproduktion« am Fraunhofer IPA. »Zudem sparen Unternehmen Betriebskosten, wenn der Reinraum nicht benötigt wird«, so Gommel.