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Kommentar: Digitalisierung der Baubranche

Wie entwickeln sich eigentlich die Automatisierung und der Einsatz von Elektronik-Komponenten in der Baubranche? Engelbert Hopf wirft einen Blick auf aktuelle Trends.

Engelbert Hopf Bildquelle: © Markt&Technik

Engelbert Hopf, Chefreporter Markt&Technik/ SmarterWorld

Wenn es um raue Einsatzbedingungen geht, um Gerätschaften, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, für die starke Vibrationen und Temperaturschwankungen zum Alltagsgeschäft zählen, dann zählt die Baubranche sicher zu den Bereichen, die Elektronikkomponenten und -subsysteme am stärksten beanspruchen. Nichtsdestotrotz setzt die Baubranche konsequent auf noch höheren Elektronikeinsatz und die Digitalisierung ihres Geschäfts.

Fachkräftemangel, sprunghaft steigende Materialkosten und Imobilienpreise sowie die wachsende Konkurrenz aus China zwingen die europäische Bauindustrie zur digitalen Innovation. Bauen 4.0 in Form von BIM (Building-Information-Modeling) ist heute bereits auf den Baustellen Realität. Die Antwortet lautet: intelligente Maschinen, die selbst mauern können, und smarte Baumaschinen, die viele Arbeitsschritte auf einmal erledigen und kinderleicht zu bedienen sind.

So gibt es heute bereits Roboter, die in der Lage sind, bis zu 3000 Steine in einer einzigen Acht-Stunden-Schicht zu mauern – ein Vielfaches dessen, was ein Mensch leisten kann. Der wiederum erledigt nun leichtere und intelligentere Aufgaben: Er versorgt den Roboter mit Steinen und sorgt für den Feinschliff. Ähnlich beim Thema Eisenbinden. Auch sind erste Roboter dabei, den Menschen zu entlasten und so zu schnellerem, effizienterem und letztlich kostengünstigerem Bauen beizutragen.

Ob es um die digitale Fertigstellung von Modulgebäuden geht oder den Einsatz von 3D-Druck in der Baubranche, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Umweltschutz entwickeln sich zu Kernthemen der Baubranche. 3D-Druck wird nicht mehr als Spinnerei abgetan, jede fünfte Baustofffirma, so eine aktuelle Marktstudie, setzt bereits darauf. Themen wie virtuelle Realität oder Augmented Reality werden in den nächsten Jahren auf den Baustellen implementiert.

Wie sich Technik bei der Vermeidung von Emissionen vermeiden lässt, zeigen Lösungen wie die Absaugung von Staubpartikeln durch ein elektrisches Feld. Die Partikel laden sich positiv auf und werden vom negativ geladenen Gehäuse der Vorrichtung angezogen. Dabei verklumpen sie und aus Feinstaub werden ungefährlichere, gröbere Partikel. Beim Thema Schallemissionsschutz setzen sich zunehmend Hybrid- oder Elektroantriebe in Geräten und Fahrzeugen durch.

Positiver Nebeneffekt: Der Spritverbrauch in der Baubranche sinkt.
Die Baubranche dürfte auch in Zukunft einer der kleineren Zielmärkte für die Elektronikbranche bleiben, doch ohne leistungsfähige Elektroniklösungen dürften die Herausforderungen der Zukunft für diese Branche kaum zu lösen sein.