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IC Insights: Wirtschaft in China steht vor Einbruch

Der Rückgang des GDP in China könnte laut IC Insights das weltweite GDP nach unten ziehen. Einen plötzlichen Einbruch in China halten die Analysten für möglich.

Das Quartalswachstum des GDP in China seit 2015. Bildquelle: © IC Insights

Das Quartalswachstum des GDP in China seit 2015.

Die Analysten von IC Insights sehen sich einer paradoxen Situation gegenüber: Während das weltweite GDP in diesem Jahr voraussichtlich auf ein Plus von 3 Prozent kommen wird, wächst es in China wahrscheinlich um 6 Prozent. Wie kann China dann ein Risikofaktor für das Wachstum des weltweiten GDP bewertet werden?

Die Antwort: IC Insights befürchtet, dass das Quartalswachstum in China viel stärker einbrechen könnte als es bisher der Fall war. 2017 wuchs die Wirtschaft in China um 6,9 Prozent, 2008 waren es 6,1 Prozent gewesen. Der IMF prognostiziert für das chinesische GDP in diesem Jahr ein Plus von 6,1 Prozent, die Weltbank von 6,2 Prozent. Damit hatte das Wachstum in China pro Quartal über fast fünf Jahre zwischen 6 und 7 Prozent gelegen. Für 2020 sieht IMF ein Wachstum von 5,8 Prozent voraus.

Viele Analysten gehen davon aus, dass das GDP-Wachstum in China auch über die kommenden Jahre moderat sinken werde und sprechen von einer weichen Landung. Doch es drohen laut IC Insights  ernst zu nehmende Risiken, die zu einer harten Landung, also zu einem starken Einbruch des GDP führen könnten. Dazu zählen sie, dass sich auf dem Immobilienmarkt eine Blase bildet, die zu platzen droht, dass der volatile Aktienmarkt wegen mangelndem Vertrauen der Konsumenten plötzlich stark abrutschen könnte, und dass die chinesischen Exporte wegen des Handelskrieges mit den USA einbrechen.

Entwicklung des Purchasing Managers´ Index in China seit dem dritten Quartal 2012. Bildquelle: © IC Insights

Entwicklung des Purchasing Managers´ Index in China seit dem dritten Quartal 2012.

Von einer harten Landung sprechen die Analysten, wenn das Wachstum des GDP in diesem Jahr unter 6 Prozent und 2020 unter 5,5 Prozent fallen sollte. Die chinesische Regierung geht davon aus, dass in China mehr als 8 Mio. zusätzliche Jobs geschaffen werden müssten, um ein GDP-Wachstum von 6 Prozent zu realisieren. Ein Ziel, das zunehmend schwer zu erreichen sei.

Während der ersten drei Quartale 2018 lag der Purchasing Managers´ Index (PMI) in China über 51, im vierten Quartal 2018 fiel er aber auf unter 50, also unter das kritische Niveau, das Wachstum und Rückgang trennt. Auch in den ersten drei Quartalen 2019 blieben sie unter 50. Im vierten Quartal 2019 kommen jetzt ernsthafte Sorgen über den Gesundheitszustand der chinesischen Wirtschaft auf. Denn ohne den Abschluss eines Handelsabkommens zwischen China und den USA ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der PMI unter 50 verharrt.