Vodafone und Ericsson

Ein 5G-Navi-System für Drohnen

25. November 2020, 09:47 Uhr   |  Heinz Arnold

Ein 5G-Navi-System für Drohnen
© Vodafone

Vodafone testet den Einsatz von Drohnen im 5G Netz.

Gemeinsam mit Ericsson testet Vodafone im 5G Mobility Lab in Aldenhoven, wie Drohnen potenziellen Gefahrensituationen automatisch ausweichen können.

Wenn Drohnen per Mobilfunk gesteuert werden, sind dazu stabile Netze erforderlich. Das Signal zwischen der Drohne in der Luft und dem Steuermann am Boden muss zu jeder Zeit aufrechterhalten werden, um Unfälle zu vermeiden. Was aber, wenn eine Drohne plötzlich in der Nähe eines Gebietes fliegt, in dem tausende Nutzer mit ihren Smartphones zeitgleich auf das Mobilfunknetz zugreifen und es so zu einer extremen Auslastung im Netz kommt? Zum Beispiel bei einem Stadtfest oder in der Nähe eines ausverkauften Fußball-Stadions?

Automatische Erkennung von begrenzten Netz-Kapazitäten

Hier sollte die Drohne in Zukunft bestmöglich automatisch die begrenzten Netzkapazitäten erkennen und dem Gebiet selbstständig ausweichen. »Wir bauen das Navi für Drohnen«, so Britta Rudolphi, Leiterin des Vodafone Innovation Labs. »In Zukunft können Drohnen per Mobilfunk in Echtzeit gesteuert werden. Hier braucht es intelligente Technologien, die für maximale Sicherheit in der Luft sorgen. Diese intelligenten Technologien entwickeln wir in unserem 5G Mobility Lab in Aldenhoven.«

Einsatz in der Logistik oder in der Medizin

»Logistiktransporte, Notfallmedizin oder Amazon-Pakete – die Einsatzfälle für Drohnen, von denen wir heute träumen, werden morgen mit 5G Realität«, erklärt Daniel Leimbach, Bereichsleiter für das Geschäft mit Vodafone bei Ericsson Deutschland. »Hierzu braucht es verlässliche Konnektivitätslösungen, die uns der Mobilfunk bietet. Als eines der führenden 5G-Technologieunternehmen entwickeln wir solche Lösungen immer am besten im Zusammenspiel mit starken Partnern, die die Bedürfnisse der Anwender und die Technologie wirklich verstehen. Starke Partner wie Vodafone.«

Die Drohnen, die Vodafone und Ericsson im 5G Mobility Lab in die Luft schicken, nutzen Informationen, die die Mobilfunknetze bereitstellen, um Flugrouten zu berechnen und diese bei kurzfristigen Gefahren anzupassen.

Wie fliegen Drohnen im Vodafone 5G-Netz?

Das Ziel der Kooperation: Drohnen sollen via 5G automatisch und eigenständig erkennen, wenn es in der Luft gefährlich werden könnte – zum Beispiel, weil an einem Ort auf der Flugroute plötzlich die Netzkapazitäten ausgelastet sind, was eine sichere Steuerung erschweren würde. Um Gebiete mit schlechter Netzabdeckung und stark belasteten Zellen zu erkennen, nutzt der Drohnenbetreiber sich ständig aktualisierende Echtzeit-Daten von digitalen Abdeckungskarten.

Vodafone ist führend bei Erprobung netzverbundener Drohnen

Weitere Drohnen-Tests sind bereits in der Fläche gestartet: In einer kürzlich durchgeführten Testsimulation in Spanien flog Vodafone einen leichtgewichtigen Defibrillator mit einer von 5G gesteuerten Drohne zu einem Patienten mit Herzstillstand. Innerhalb von zwei Minuten konnte der Defibrillator, dank 5G Geschwindigkeit, in über zwei Kilometer Entfernung sicher landen und den Patienten retten.

Einen ähnlichen Versuch machte Ericsson kürzlich mit Paramedic Services im Renfrew County in Ontario, Kanada. Das County umfasst über 2.800 Quadratmeilen dicht bewaldetes, dünn besiedeltes, meist ländliches Gebiet. Lebensrettende Geräte und medizinische Hilfe schnell zu den weit entfernten Bürgern zu bringen, ist schwierig. Mit Hilfe von Drohnen kann es gelingen.

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