Künstliche Intelligenz bei Wahlen

Mehr Chancen als Bedrohungen

Plattform KI
© Plattform Lernende Systeme

KI begegnet uns in allen Lebensbereichen – auch bei demokratischen Wahlen. KI-gesteuerte Social Bots in den sozialen Medien oder sogenannte Deepfakes haben das Ziel, den Wähler zu beeinflussen. Auf der anderen Seite können KI-Systeme Wahlempfehlungen geben und Fake News auffinden.

Wissen Sie bereits, wo Sie Ihr Kreuz am Wahlsonntag setzen? Es wäre doch schön, ein bisschen Hilfe zur Meinungsbildung über eine KI zu bekommen. Ein Expertenteam der Plattform Lernende Systeme hat aus dem Grund die Potenziale und Herausforderungen für KI-Anwendungen bei Wahlen untersucht und das Whitepaper »KI-Systeme und die individuelle Wahlentscheidung. Chancen und Herausforderungen für die Demokratie« verfasst. Das Fazit: Von KI-Systemen geht kaum eine Bedrohung für Wahlen aus, es überwiegen die Chancen, mit KI eine offene Meinungsbildung zu stärken.

Denn immer wieder erschweren Falschnachrichten die Meinungsbildung im Vorfeld von Wahlen. Mithilfe von künstlicher Intelligenz lassen sich die Informationen insbesondere in den sozialen Medien effizient und zielgerichtet verbreiten. Eine Manipulation von Wahlen durch KI-Systeme gehöre deshalb zu den gesellschaftlich immer wieder geäußerten Befürchtungen.

Für den Wahlprozess selbst gehen nach Ansicht der Autorinnen und Autoren bislang keine Gefahren von KI-Systemen aus. Insbesondere die Stimmabgabe sei in Deutschland durch den Verzicht auf Wahlcomputer und ähnliche Technik sehr sicher. Vereinzelt mögliche Angriffe auf das Auswerten der Stimmen habe nichts mit KI zu tun. Wo jedoch Risiken durch KI entstehen, sei im Wahlkampf und für die Meinungsbildung vor Wahlen.

Risiken für die Meinungsbildung

Eine der Risiken besteht in der KI-getriebenen Verbreitung von Informationen. KI-Systeme können Fake-Accounts in den sozialen Medien betreiben, die Inhalte mit Likes versehen oder teilen und ihr manipulatives Verhalten so aussehen lassen, als stamme es von einem Menschen. Auf die Weise verhelfen die sogenannten Social Bots Falschinformationen oder bestimmten Personen zu großer Reichweite. Beim sogenannten Microtargeting werden mithilfe von KI-Verfahren Nutzerdaten ausgewertet und – ähnlich wie in der Werbung – verschiedene Zielgruppen mit personalisierten Informationen angesprochen. Inwieweit auf die Weise die Wahlentscheidung beeinflusst werden kann, ist allerdings noch unklar. Auch mit KI gefälschte Videos und Bilder können auf die Meinungsbildung der Wahlberechtigten einwirken. Einmal enttarnt, sind KI-Systeme allerdings ebenso in der Lage, solche Deepfakes zu finden und zu löschen.

Mit KI die Wählerinformation verbessern

In politischen Prozessen fallen großen Mengen an Daten an, die sich mithilfe von KI-Methoden auswerten lassen. So könnte die KI-basierte Datenanalyse zum Einsatz kommen, um die Wählerinformation und -mobilisierung zu verbessern. Zum Beispiel Wahlempfehlungs-Apps wie den Wahl-O-Mat. Aktuelle Anwendungen könnten mithilfe von KI-Methoden die individuellen Einstellungen der Menschen stärker berücksichtigen und ihre Empfehlungen mit jeder Nutzung verbessern. Ebenso könnten Wahlkampf-Apps der Parteien sowie Wahlprognosen von KI profitieren.


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