Weniger Kosten, kürzere Lieferzeit

Mit 3D-Druck schneller aus der Krise?

08. Juli 2020, 09:54 Uhr   |  Karin Zühlke

Mit 3D-Druck schneller aus der Krise?
© reichelt

3D-Druck bietet Potenzial für Unternehmen – auch als Weg aus der Krise. Eine Umfrage von reichelt elektronik und OnePoll gibt Aufschluss zu Einsatz, Chancen und Schwierigkeiten von 3D-Druck in der deutschen Industrie.

3D-Druck findet in vergangen Jahren immer mehr Beachtung aufgrund seines großen Potenzials für die industrielle Fertigung. Durch automatisierte Prozesse lassen sich mit Hilfe dieser Technik – zumindest theoretisch – viel Kosten und Zeit einsparen. Wie weit verbreitet der Gebrauch in deutschen Unternehmen mittlerweile ist, welche Auswirkungen dies für die jeweiligen Betriebe hat und wo noch Hürden überwunden werden müssen, wollte reichelt elektronik in Erfahrung bringen und hat in Zusammenarbeit mit OnePoll eine entsprechende Umfrage unter Unternehmensentscheidern durchgeführt.

Befragt wurden im Juni 2020 branchenübergreifend 1680 europäische Mitarbeiter und Manager aus den Bereichen Design, Entwicklung, Produktion und Technik, die an technischen Entscheidungen maßgeblich beteiligt sind – darunter 500 aus Deutschland. Die Unternehmen stammen aus dem produzierenden Bereich, der Logistik, der Pharma-Branche, dem Energie-Sektor sowie der IT und Entwicklung.

3D-Druck wird zum Standard besonders für Einzelteile

Zunächst zeigt sich, dass 3D-Druck zu einem technischen Standard für Unternehmen geworden ist. 70 Prozent der befragten Unternehmen nutzen 3D-Druck, 62 Prozent verfügen über unternehmenseigene Geräte dafür direkt am Arbeitsplatz. Der meistgenannte Anwendungsbereich für den 3D-Druck ist die Fertigung von Anschauungsmodellen. 84 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass ihr Unternehmen 3D-Druck für Anwendungen dieser Art nutzen. Die große Mehrheit von 66 Prozent ist mit der 3D-Druck-Nutzung zu diesem Zweck zufrieden.

Ebenfalls sehr beliebt ist die Entwicklung von Prototypen. Hierfür setzen 82 Prozent der befragten Unternehmen 3D-Druck ein. 71 Prozent sind mit den Möglichkeiten in diesem Bereich zufrieden. Zur Anfertigung von Ersatzteilen wird das Fertigungsverfahren von 79 Prozent der Betriebe eingesetzt, mit 59 Prozent, die an diesen Prozessen nichts zu bemängeln haben. Andererseits sind 20 Prozent der Befragten mit 3D-gedruckten Ersatzteilen noch nicht zufrieden. Das wirft die Frage auf, wo bei der 3D-Druck-Technik noch Entwicklungsbedarf besteht.

Die meist verwendeten Filamente

Die meisten Unternehmen (81%) drucken mit Filamenten aus Kunststoff wie etwa ABS, PLA oder PETG. Zusätzlich sind auch Verbundstoffe (49%) bereits weit verbreitet. Die Möglichkeit, Metalle als Material zu nutzen, ist meist kostenaufwendiger, doch auch dieses Verfahren ist bei 38 Prozent der befragten Unternehmen im Einsatz.

Weniger bekannte Möglichkeiten wie das Drucken mit Materialien wie Keramik, Wachs, Kunstharz oder Papier werden von 32 Prozent eingesetzt. Zement wird derzeit nur von acht Prozent der Unternehmen als Ausgangsmaterial verwendet.
Filamente, mit denen Unternehmen in Zukunft gerne drucken würden, sind zum Beispiel Silikon (FQM), Holz oder holzähnliche Stoffe, Textilien und Glas, Feuerfestrohstoffe, Carbon, Wirk- und Hilfsstoffe für Tabletten, Gummi und Lebensmittel. Der Wunsch nach einer größeren Materialauswahl deutet darauf hin, dass das Potenzial des 3D-Drucks noch lange nicht ausgeschöpft ist und Unternehmen in Zukunft ihre Produkte auf Kundenwunsch und individuell mit neuen Rohstoffen fertigen werden.

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1. Mit 3D-Druck schneller aus der Krise?
2. Potenzial besteht noch bei Geschwindigkeit und Präzision

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