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BWP|KfW: »Passive Kühlung« durch Wärmepumpensysteme besonders attraktiv

Vor allem Erd- und Grundwasserwärmepumpen punkten bei der Effizienz durch die besonders energiesparende »passive Kühlung«, die sich das auch im Sommer mit einer Temperatur von etwa 9 bis 10 °C schön kühle Erdreich bzw. Grundwasser zunutze macht.

Grafik Heizen und Kühlen mit Wärmepumpen Bildquelle: © BWP

Weil Wärmepumpensysteme je nach Bedarf entweder Umweltwärme in das Gebäude hinein oder überschüssige Raumwärme aus dem Gebäude heraus transportieren können, gelten die Allroundtalente auch in Sachen Kühlung als erste Wahl.

Bei der passiven Kühlung bleibt der Verdichter der Wärmepumpe nämlich aus. Vielmehr wird die den Räumen über die Heiz- bzw. Kühlflächen entzogene Wärme direkt an das Erdreich oder Grundwasser abgeleitet.

Hintergrund

Wer heute ein Eigenheim plant, baut ein Haus für Jahrzehnte. Denn Häuser, die Energie sparen, schonen nicht nur bei der Eigennutzung den Geldbeutel, sondern steigern auch den Wert der Immobilie nachhaltig – das macht sich bei einem Weiterverkauf bezahlt. Gerade Häuser, die anspruchsvolle KfW-Standards* erfüllen, verlieren durch ihre hochdämmende Gebäudehülle kaum mehr Wärme und heizen sich deshalb besonders in der warmen Jahreszeit regelrecht auf. Bei der Planung von Niedrigstenergiehäusern, die oft schon im Frühjahr mehr Kühl- als Heizbedarf aufweisen, werde deshalb schon heute meist standardmäßig eine Kühlung eingebaut. Allgemein prognostizieren Bauexperten einen spürbaren Trend zur Kühlung auch in Wohngebäuden.

Und wer heute ein zukunftsfähiges Haus will, sollte mindestens ein KfW-Effizienzhaus 55, besser noch den Passivhausstandard (KfW-Effizienzhaus 40) oder den Plus-Energie-Haus-Standard anstreben. Dabei sagt die Zahl aus, wie viel Energie prozentual im Vergleich zum »Standard-Haus« nach Energie-Einsparverordnung (EnEV) verbraucht wird. Karl-Heinz Stawiarski vom Bundesverband Wärmepumpe (BWP) erklärt: »Durch den Einbau einer Wärmepumpe – vielleicht sogar in Kombination mit einer PV-Anlage – können diese anspruchsvollen Effizienzstandards problemlos erreicht werden. Damit sichern sich Bauherren und Sanierer nicht nur staatliche Tilgungszuschüsse von bis zu 50.000 € je Wohneinheit – und auch bei einem möglichen Verkauf ist dieses Gütesiegel bares Geld wert.« Das habe auch der Markt erkannt: Bereits heute stehen in 80 % der KfW-Häuser ab Effizienzklasse 55 Wärmepumpen.

Zwar müssen Luftwärmepumpen auf das »Kältereservoir« im Erdreich verzichten und arbeiten deshalb im reversiblen (Kühl-)Betrieb nicht ganz so energiesparend wie ihre erdgekoppelten Pendants, doch stellen sie eine attraktive Möglichkeit dar, eine integrierte Gebäudekühlung schnell und komfortabel zu realisieren.

Zudem können natürlich auch Besitzer einer Luftwärmepumpenanlage von der besonders sanften Heizung und Kühlung profitieren. Weil die wärmepumpengestützte Temperierung in der Regel direkt über die Fußboden- oder Wandheizung läuft, erfolgt sie – im Gegensatz zu konventionellen Klimaanlagen – völlig zugfrei und geräuscharm. Ebenfalls zukunftsweisend: Häuslebauer sparen zudem die Kosten für ein separates Kälteverteilsystem.

*KfW-Effizienzhaus

Die Bezeichnung KfW-Effizienzhaus steht für einen sehr niedrigen Energiebedarf. Ausgangspunkt sind die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV). Die KfW-Effizienzhaus-Standards sind noch ambitionierter als die Vorgaben der Energieeinsparverordnung. Diese basieren auf einem Referenzgebäude im Neubau. Die Referenzzahl 100 drückt im Rahmen der Förderlogik der KfW für die KfW-Effizienzhäuser aus, dass die Vorgaben der EnEV an den Primärenergiebedarf eines Neubaus erfüllt sind. Ein »KfW-Effizienzhaus 70« beispielsweise unterschreitet diese Vorgaben um 30 %.


Bei Bestandsgebäuden gelten etwas andere Vorgaben. Sie dürfen zur Erfüllung des Ordnungsrechts bei umfassender Modernisierung einen um 40 % höheren Jahresprimärenergiebedarf als ein Neubau haben. Mit der Kategorie »KfW-Effizienzhaus 100« fördert die KfW daher Bestandsgebäude, die die Anforderungen der EnEV an einen Neubau erfüllen, bei KfW-115 darf der Primärenergiebedarf um 15 Prozent höher sein. Insgesamt gibt es sieben KfW-Effizienzhaus-Standards, wobei die vier weniger anspruchsvollen Effizienzhausklassen (KfW-Effizienzhaus Denkmal und 115 – 85) nur für den Bestand und das anspruchsvollste »KfW-Effizienzhaus 40« nur für den Neubau gelten.