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In Zukunft ohne Kompressor: Energieeffiziente Kühlung im Rechenzentrum

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Sorgfältige Planung ist unabdingbar

Für alle drei Hersteller ist eine sorgfältige Planung auf dem Weg zum energieeffizienten Rechenzentrum unabdingbar. Schneider Electric arbeitet dazu mit zertifizierten Vertriebspartnern und stellt den Kunden eine breite Palette an kostenlosen und frei verfügbaren Werkzeugen zur Verfügung, wie beispielsweise TradeOff-Tools, Whitepaper, Referenz-Designs und die Schneider Electric Energy University.

Emerson Network Power bietet für Bestands-Rechenzentren unter anderem »Site Assessments«, die den Status Quo (PUE-Wert, Klimakomponenten, Betriebsbedingungen, Energieeffizienz, HotSpots etc.) in der installierten Klimatechnik aufzeigen sollen. Dazu gibt es Optimierungsvorschläge mit Return-on-Invest-Berechnung. Bei geplanten Neubauprojekten erstellt Emerson Design-Konzepte für die Klimatechnik, ebenfalls mit PUE- und TCO-Berechnung.

Bei Rittal beginnt die Planung mit einer genauen Betrachtung des Ist-Zustandes des bestehenden Rechenzentrums. Bernd Hanstein: »Grundsätzlich muss die Modernisierung eines Rechenzentrums genau geplant sein, denn es gehen sowohl immense Investitionen als auch Eingriffe in die gewohnten Geschäftsprozesse damit einher. Oftmals finden wir Schrankreihen vor, die vor Servern und Kabeln überquellen.«

Daher kontrollieren die Rittal-Mitarbeiter das Rechenzentrum mit einer Wärmebildkamera und begutachten die vorhandenen Klimatisierungslösungen im Detail. Daraus leiten sie Ad-hoc-Maßnahmen ab, mit denen man eine bestehende Infrastruktur schnell energieeffizienter gestaltet werden kann. Im nächsten Schritt werden gemeinsam mit dem Kunden Vorschläge erarbeitet, wie die Modernisierung des gesamten Rechenzentrums möglich ist.

Dabei geht es auch darum, Missverständnisse in Zusammenhang mit der Kühlung zu vermeiden. »Der tatsächliche Kühlbedarf und die Vorteile energieeffizienter Kühlung werden häufig falsch eingeschätzt. So wird auch heute noch oft nach Investitionskosten und zu selten nach den Gesamtkosten entschieden«, hat Norbert Keil von Schneider Electric registriert.

Besonders fatal wirke es sich aus, so Bernd Hanstein, wenn an den späteren Leistungs- und Verfügbarkeitsansprüchen vorbei geplant werde. »Die Definition der gewünschten Leistungsparameter des Rechenzentrums sollte nicht nur Verarbeitungskapazität der Rechner, Speicher und übrigen Systeme umfassen, sondern auch Aspekte wie Klimatisierung, Sicherheit oder komplexe IT-Prozesse«, stellt er heraus.

Maßgeblich für Leistung und Verfügbarkeit seien dabei die Ansprüche der zukünftigen Anwender. Oftmals werde bei der Auslegung der Kühlung eine zu große Verlustleistung des IT-Equipments zu Grunde gelegt. »Kommt in einem Rechenzentrum die direkte Freikühlung zur Anwendung, muss der Aufwand für die Filtrierung der Außenluft und die erforderliche Befeuchtung der gegebenenfalls zu trockenen Außenluft Berücksichtigung finden.« Der Aufwand für die Be- bzw. Entfeuchtung – in der Regel wird mit elektrischem Strom Dampf erzeugt, um die Mindest-Luftfeuchte im Rechenzentrum aufrecht zu erhalten – verschlechtere den PUE wiederum.