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Sicherheit von der Spannungsversorgung bis zum Serverrack: Energieeffizienz - fürs Rechenzentrum so wichtig wie Verfügbarkeit und Sicherheit

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Sicher versorgt und geschützt

Die Niederspannungshauptverteilung (NSHV) ist redundant ausgeführt, so dass zwei komplett getrennte Stränge im gesamten Rechenzentrum vorhanden sind. Die Versorgung der einzelnen technischen Einrichtungen und auch der Serverräume kann alternativ über einen der beiden Stränge erfolgen. Kuppelschalter sorgen dafür, dass sowohl zwischen den beiden Einspeisetransformatoren und der Netzersatzanlage, als auch zwischen den beiden NSHV umgeschaltet werden kann. Die NSHV hat einen Bemessungsstrom von 4.000 A und basiert auf dem Ri4Power-System von Rittal. Durch die formunterteilte Bauweise in 4b ist ein Arbeiten an einzelnen Abgängen möglich – und zwar ohne dass die gesamte Anlage spannungsfrei geschaltet werden muss. Sollte doch einmal ein Stromausfall auftreten, muss die USV nur einige Minuten aufrechterhalten werden. Der Dieselmotor der Netzersatzanlage (NEA) leistet 1.500 kW und kann über einen Generator das komplette Rechenzentrum für 72 Stunden versorgen – bei einem Verbrauch von 250 Litern Diesel pro Stunde. Bis Dieselmotor und Generator synchronisiert sind, dauert es nur wenige Minuten.

Energieeffiziente Kühlung und Stromverteilung

Auch die Kühlung des Rechenzentrums ist redundant aufgebaut. Im Obergeschoss des Mitteltrakts stehen dazu die Kältemaschinen, die die entsprechende Kälteleistung zur Verfügung stellen. Auf dem Gebäudedach sind zwei Hybridkühler installiert, die die Wärmeenergie aus den Serverräumen an die Umgebung abgeben. Diese kühlen das Wasser-Glykol-Gemisch zunächst mit Umgebungsluft, was bis zu einer Außentemperatur von +16 °C problemlos funktioniert. Bei höheren Temperaturen erfolgt die Kühlung über verdunstendes Wasser. Die damit erzielte Energieeinsparung entspricht einem verminderten CO2-Ausstoß von etwa 312 Tonnen pro Jahr. Das gekühlte Wasser kühlt in den Serverräumen die Luft/Wasser-Wärmetauscher (LWWT), die dann die Kaltluft für die Server zur Verfügung stellen. Die 120 Serverschränke in Serverraum 1 sind in einem Kalt-/Warmgang-Konzept aufgestellt.

Die Serverschränke und das Zubehör hat die TÜV NORD GROUP ebenfalls von Rittal bezogen. Dabei wurden sämtliche Schränke in blau lackiert, um dem Corporate Design des Unternehmens zu entsprechen. Die Energieversorgung für die Server erfolgt durch den Doppelboden. Für die Stromversorgung in den IT-Racks ist das modulare Stromverteilungssystem Rittal Power System Module (PSM) installiert. Grundvoraussetzung für eine hohe Energieeffizienz ist die Messung der aufgenommenen elektrischen Leistung. Mit den intelligenten, modularen PSM-Stromverteilungsschienen kann der Anwender die Leistungsaufnahme und  alle weiteren wichtigen elektrischen Betriebsparameter wie Spannung, Strom, Powerfaktor und Energieverbrauch pro Phase genau erfassen.

Überwachung und Optimierung

Das PSM-System stellt die Messwerte sowohl über den im Monitoringssystem integrierten Webserver als auch per SNMP zur Verfügung. Durch die Anbindung an ein Energiemanagementsystem lässt sich der Energieverbrauch überwachen und optimieren. Auch andere wichtige Messwerte, wie etwa die Temperaturen im Kalt- und im Warmgang, werden überwacht. Zusammengefasst werden die Daten über das Monitoringsystem Computer Multi Control III (CMC) von Rittal. Seit Jahresbeginn läuft die gesamte Rechenleistung nun ausschließlich über das neue Rechenzentrum. Bis zu 1.200 moderne Bladeserver will die TÜV NORD GROUP einbauen. Besonders stolz ist die TÜV NORD GROUP – neben der technischen Leistungsfähigkeit des neuen Rechenzentrums – auf den vollständig eingehaltenen Kostenplan. »Sowohl beim Projekt als auch bei den Baukosten sind wir im Plan geblieben. Dies ist bei Projekten dieser Größenordnung nicht selbstverständlich«, sagt Leroy Racette heraus.

Die Autoren

Michael Schell ist Leiter Produktmanagement Power Distribution bei Rittal, Herborn.

Bernd Hanstein ist Hauptabteilungsleiter Produktmanagement IT bei Rittal, Herborn.

Kerstin Ginsberg ist PR-Referentin IT bei Rittal, Herborn.