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Cat.8 versus Glasfaser: »Der RJ45-Stecker hat endgültig ausgedient!«

Sind Twisted-Pair-Kabel der Kategorie 8 eine sinnvolle Alternative zu LWL-Verkabelung? »Auf keinen Fall«, sagt André Engel, Geschäftsführer von tde trans data elektronik GmbH. Im Interview erläutert er, warum er für die aktuelle Spezifikation keine Zukunft sieht.

tde Bildquelle: © tde

André Engel, tde: »Um eine zukunftsfähige und sichere Verkabelung zu erreichen, wird die Verkabelung über LWL weiter an Bedeutung gewinnen.«

SmarterWorld: Mit der Einführung von Kategorie 8 für die Kupferverkabelung in Rechenzentren waren die Erwartungen hoch. Wurden sie Ihrer Meinung nach erfüllt?

André Engel, tde trans data elektronik GmbH: Um es ganz klar zu sagen: Nein! Dafür ist die Reichweite zu gering.

SmarterWorld: Eine Übertragungsstrecke von 30 Metern reicht für Rechenzentren also nicht aus?

André Engel: Diese Länge teilt sich an beiden Enden der Kabel auf in bis zu 24 Meter Verkabelungsstrecke – das Verlegekabel – und bis zu drei Meter für Patchkabel. Von den 30 Metern bleiben damit unterm Strich bis zu 20 Prozent weniger für die Datenübertragung. Und Verkabelung im Rechenzentrum ist immer vor dem Hintergrund der Zukunfts- und Investitionssicherheit zu betrachten.

Schließlich wollen Betreiber angesichts stetig wachsender Datenmengen auch für die höheren Übertragungsraten in den kommenden Jahren gerüstet sein. 40 Gbit/s über Kupfer würde das limitieren. Hinzu kommt: Übertragungsraten von 40 Gbit/s über Kupfer sind aktuell noch gar nicht realisierbar, weil die aktive Technik fehlt. 40 Gbit/s über Glasfaser sind in großen Rechenzentren dagegen bereits Standard.

SmarterWorld: Macht Cat.8-Verkabelung dann außerhalb von Rechenzentren Sinn?

André Engel: Nein, aus unserer Sicht ist eine Cat.8-Kupferverkabelung außerhalb von Rechenzentren nicht sinnvoll. In den meisten Gebäuden ist die 30-Meter-Begrenzung einfach nicht praktikabel.

SmarterWorld: Was ist die Alternative?

André Engel: Selbst 2018 sind Arbeitsplätze in vielen Bürogebäuden noch nicht einmal mit 1 Gbit/s angebunden. Deshalb ist es kein Fehler, Gebäude mit einer hochwertigen Cat.6A-Verkabelung für 10 Gbit/s auszustatten, damit sich die 10 Gbit/s am Arbeitsplatz überhaupt erst einmal durchsetzen können. Um aber eine zukunftsfähige und sichere Verkabelung zu erreichen, wird die Verkabelung über LWL weiter an Bedeutung gewinnen. Grundsätzlich sollten Unternehmen und Planer jedoch darauf achten, gleich eine höhere Faserzahl bis zu jedem Arbeitsplatz zu führen, damit sich später problemlos Datenübertragungsraten von 100 Gbit/s und höher realisieren lassen.