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Personalie: Osram-Spartenchef Kamper wird Vorstandsvorsitzender bei Leoni

Der Nürnberger Autozulieferer Leoni hat einen neuen Chef gefunden: Der Niederländer Aldo Kamper kommt vom Leuchtmittelhersteller Osram. Spätestens im Herbst soll der 47-Jährige den Posten antreten.

Aldo Kamper Bildquelle: © Leoni

Aldo Kamper, der derzeit als CEO von Osram Opto Semiconductors tätig ist, wird Vorstandsvorsitzender von Leoni.

Der bisherige Osram-Manager Aldo Kamper übernimmt den Vorstandsvorsitz beim Nürnberger Kabel- und Bordnetz-Spezialisten Leoni. Wie der MDax-Konzern am Donnerstag mitteilte, soll der 47 Jahre alte Niederländer das Amt spätestens Anfang Oktober antreten. Es fänden derzeit noch Gespräche über einen früheren Dienstantritt statt. Aktuell leitet Kamper die Halbleiter-Sparte des Münchner Leuchtmittelherstellers Osram.

Bis Kamper seinen Posten antritt, führt weiter Finanzchef Karl Gadesmann die Geschäfte als Sprecher des Vorstands. Ex-Leoni-Chef Dieter Bellé war Ende Januar aus dem Unternehmen ausgeschieden.

»Ich bin mir sicher, dass Herr Kamper gemeinsam mit dem bestehenden Vorstandsteam sowohl den technologischen Wandel als auch das bevorstehende globale Wachstum von Leoni erfolgreich gestalten wird«, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Leoni AG, Klaus Probst.

Die Osram-Sparte Opto Semiconductors, die Kamper derzeit leitet, erwirtschafte etwa die Hälfte ihres Umsatzes im Automobilsektor, wo die Firma mittlerweile Markt- und Innovationsführer sei. In sieben Jahren habe sich das Unternehmen unter Kampers Führung zur ertragsreichsten Firma der LED-Industrie entwickelt. Zuvor führte Kamper das Specialty-Lighting-Geschäft bei Osram Sylvania in den USA. In der Sparte ist neben dem wichtigen Autogeschäft auch das Geschäft mit Leuchtmitteln etwa für die Filmbranche gebündelt. Kamper hat in Maastricht und Trier Betriebswirtschaft studiert und einen Abschluss an der Stanford Graduate School of Business erworben.

Nach ersten Berechnungen hat Leoni im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 11 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro erhöht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auf 225 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr 78 Millionen Euro verdient worden waren. Dabei hatte das Unternehmen mit knapp 80 000 Mitarbeitern von Verkäufen und einer Versicherungsentschädigung profitiert. Das Ergebnis 2016 war zudem von Umbaukosten und einem Betrugsschaden belastet worden. Seine vollständige Bilanz will Leoni am 20. März in Frankfurt/Main vorlegen.