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Raucharme und halogenfreie Kabel: Ist LSZH DIE Universallösung?

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Die Anfänge der LSZH-Kabel

Die Brand- und Flammeneigenschaften von PVC und FEP in Kabelummantelungen, Dielektrika und anderen Komponenten sind seit den 1970er-Jahren bekannt und seit etwa 1980 kommen in militärischen und nuklearen Systemen alternative Materialien zum Einsatz. Der Brand in der Kings Cross Station in London im Jahr 1987 jedoch, bei dem über 30 Menschen ums Leben kamen und 100 weitere verletzt wurden, erregte weltweites Aufsehen.

Die Folgeuntersuchung deckte auf, dass ein Streichholz, das auf einer Rolltreppe fallen gelassen wurde, der Auslöser für den Brand war, der sich aufgrund mehrerer Faktoren ausbreiten konnte und so zur tödlichen Gefahr wurde. Einer dieser Faktoren war das Vorhandensein großer Mengen von Elektrokabeln, die beim Verbrennen dichten, schwarzen Rauch und toxische Gase verursachten, wodurch es für die Menschen extrem schwer war, der Gefahr zu entkommen. Diese Untersuchung gab den Anstoß zur Entwicklung von Kabeln, die im Falle eines Brands kein derartig hohes Gefahrenpotenzial bergen.

Das Ergebnis war das Verbot von PVC-Kabeln in der Londoner U-Bahn. Andere Mitgliedsstaaten der Europäischen Union begannen kurz danach in großem Umfang mit der Verwendung von LSZH-Kabeln. In den USA dauerte es aus diversen Gründen – unter anderem spielten Kosten, widersprüchliche Normen und Uneinigkeit über die Anwendungsbereiche eine Rolle – wesentlich länger, bis solche Kabel Verwendung fanden. Diese Probleme werden langsam aus der Welt geschafft und Kabel auf PVC- und FEP-Basis werden in Anwendungen, die davon am offensichtlichsten profitieren, ersetzt.