Sie sind hier: HomeThemenSmart ComponentsE-Mechanik

Murrplastik Systemtechnik: Bei Robotern kommt es auf die Verkabelung an

In der Robotik gilt die Aufmerksamkeit meist den Roboterarmen und Greifern, wohingegen die Verkabelung eher stiefmütterlich behandelt wird. Dabei ist gerade sie für einen sicheren Betrieb der Roboter entscheidend, wie Oliver Huber, Leiter Marketing von Murrplastik Systemtechnik, erläutert.

murrplastik-fhs-roboter Bildquelle: © Murrplastik

Das Flexible Haltersystem FHS von Murrplastik für die Roboterverkabelung an einem Roboterarm von Universal Robots

Frage: Wie werden Kabel und Leitungen an oder in Industrierobotern befestigt?

Oliver Huber, Murrplastik Systemtechnik: Kabel und Leitungen lassen sich mittels Schlauchpaketen und kompletten Energiezuführungssystemen an den Achsen 1 bis 6 führen und verankern. Sie werden mit verschiedenen Kabelschutzschläuchen gebündelt, geschützt und geführt.

Was ist dort bei der Führung von Kabeln und Leitungen zu beachten?

Bei Energiezuführungen für Roboter stehen folgende Kriterien im Vordergrund: Sicherheit für Mensch und Roboter, Schutz von Energiepaket und Roboter, Vermeidung von Schäden und Verletzungen, Stabilität, Zuverlässigkeit, Langlebigkeit, Flexibilität, Montagezeit und Standzeit. Wenn an der Qualität gespart wird oder keine optimal passenden Komponenten ausgewählt werden, sind Schäden und Probleme in der Produktion vorprogrammiert. So kann es bei Inbetriebnahme und Teach-in eines Roboters zu Kollisionen mit der umgebenden Anlage oder mit Menschen kommen.

Starke Kollisionen können zu größeren Schäden führen, besonders bei Platzmangel. Damit verbunden sind Stillstandzeiten mit hohen Ausfallkosten, eventuell Neuanschaffungen und große Reparaturen sowie schlimmstenfalls schwere Verletzungen von Personen. Um Ressourcen zu schonen und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, sollte in diesem Fall ein Befestigungssystem ausgewählt werden, das stabil, flexibel und platzsparend gebaut ist, etwa das Flexible Haltersystem FHS in Verbindung mit einem Rückführsystem 21/29 von Murrplastik.

Welche Faktoren können bei Kabeln oder Leitungen an oder in Industrierobotern zu Beschädigungen führen?

Beschädigungen an Kabeln und Leitungen können vielerlei Gründe haben. Schnelle und dynamische Bewegungen führen zu hohen mechanischen Belastungen, zumal wenn sie ständig wiederkehren. Auch beengte Raumverhältnisse und extreme Temperaturen leisten Beschädigungen Vorschub. Schlechte Qualität der Kabel und Leitungen, etwa geringe Zug- und Formbeständigkeit sowie Abrieb- und Schlagfestigkeit, gehört ebenso zu den Ursachen wie mangelhafte Befestigung und Befestigungskomponenten – Stichworte sind hier abgeknickte Energiepakete, zu geringe Bewegungsfreiheit und fehlerhafte Produktentwicklung.

Durch welche Maßnahmen lassen sich Beschädigungen von Kabeln und Leitungen vermeiden, die von Bewegungen des Roboterarms bzw. Manipulators herrühren können?

Um Beschädigungen an Kabeln und Leitungen zu vermeiden, empfiehlt sich eine Überwachung der gesamten Roboterapplikation, sprich: von Roboter, Energiepaket, Befestigungselementen, Schutzeinrichtung, Steuerung und Prozessen. Hierzu gehören Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachungen sowie eine Stoppfunktion des Roboters.

Wichtig ist auch eine Risikominderung oder -beseitigung etwa durch einen schnellen Austausch der Komponenten bei Ermüdungserscheinungen und Defekten sowie durch Verwendung von Befestigungssystemen, die einen nachträglichen Austausch der Energiepakete erlauben. Korrekte Programmierung der Roboter, Bedienung durch geschultes Personal sowie Know-how-Transfer durch Einbeziehung von Experten sind ebenfalls wichtig.

Außerdem kommt es darauf an, qualitativ hochwertige Komponenten auszuwählen, etwa anwendungsspezifische Schutzschläuche und Befestigungssysteme, die auf allen Oberflächen sicher halten. Geeignete Systemlösungen sparen Platz und ermöglichen einen nachträglichen Austausch der Energiezuführung. Darüber hinaus empfiehlt es sich, Rückzugsysteme zu installieren und Protektoren einzusetzen.