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Interesse übersteigt alle Erwartungen: Stecker für das »Internet of Humans«

Mit der Steckverbinder-Plattform Freedom trifft Fischer Connectors absolut den Nerv der Zeit. »Das Interesse ist größer als bei allen anderen Steckverbindern, die wir jemals auf den Markt gebracht haben«, sagt Martin Wimmers, Geschäftsführer Deutschland.

Fischer Connectors Bildquelle: © Fischer Connectors

„Freedom" von Fischer Connectors ermöglicht es auf innovative Weise, tragbare Technologien z.B. in Arbeitskleidung zu integrieren.

Frage: Können Sie kurz erläutern, was das Besondere an der Steckverbinder-Plattform "Freedom" ist, die Fischer Connectors im letzten Jahr auf den Markt gebracht und seitdem konsequent erweitert hat?

Martin Wimmers: Bei der Entwicklung haben wir die Idee verfolgt, Konnektivität von Grund auf neu zu denken. Das Ergebnis sind einfach zu integrierende Steckverbinder, die hinsichtlich Größe, Gewicht und Leistung neue Maßstäbe setzen. Die sehr flachen Steckverbinder kommen ohne Kodierung aus und ermöglichen dadurch eine blinde 360-Grad-Steckung.

Martin Wimmers Bildquelle: © Fischer Connectors

Martin Wimmers, Geschäftsführer von Fischer Connectors Deutschland.

Zudem lassen sich die Komponenten einfach reinigen, aufgrund ihrer mit Membran abgedichteten Kontakte. Damit eignen sich unsere Steckverbinder ideal, um am Körper getragene Technologien zu integrieren. Realisierbar ist also nicht nur das „Internet of Things", sondern auch das „Internet of Humans".

Was gab den Ausschlag für die Entwicklung?

Die Idee resultiert aus einer Zusammenarbeit mit unserem Partner Wearable Technologies Ltd, kurz WTL, aus England. Dieses Unternehmen entwickelt tragbare Industrie-Westen. Das gemeinsame Ziel war es, eine Grundplattform für intelligente Arbeitskleidung zu schaffen. Realisiert wird dies durch ein Design, bei dem eine zentrale Daten- und Stromleitung durch Plug-and-Use-Steckverbinder zu jedem an der Kleidung getragenen Sensor führt. Dadurch müssen die Geräte nicht mehr über eigene Daten- und Stromanschlüsse verfügen. Die intelligente Arbeitskleidung dient also als zentraler Hub für alle elektronischen Geräte. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass die einzelnen Geräte weniger komplex, kleiner, leichter und somit kostengünstiger zu realisieren sind. Daher sprechen wir nicht von einer neuen Steckverbinder-Serie, sondern tatsächlich von einer Steckverbinder-Plattform.

Welchen Stellenwert hat diese neue Steckverbinder-Plattform in Ihrem Unternehmen?

Gerade als Familienunternehmen ist es uns ein großes Anliegen, Technologien aktiv nach vorne zu entwickeln – und das kann nur über Innovation gelingen. Wir wollen die Maßstäbe am Markt setzen und kein „Me too"-Anbieter sein. Allein schon deshalb hat unsere Freedom-Steckverbinderplattform einen sehr hohen Stellenwert in unserem Unternehmen.

Untermauert wird das durch ein enormes Interesse vom Markt. Man kann fast sagen, dass dieses Kundeninteresse größer ist als bei allen anderen Steckverbindern, die wir in unserer 65-jährigen Unternehmensgeschichte auf den Markt gebracht haben. Und wir freuen uns natürlich, dass wir Industrie 4.0 bzw. das Internet of Things nicht nur unterstützen, sondern auch aktiv voranbringen können.

Woher kommt derzeit die größte Nachfrage?

Das Interesse ist sehr breit gestreut. Wenn man Arbeitskleidung mit einer Reihe von Sensoren und Geräten ausstattet, sind eine Echtzeit-Überwachung und die Analyse von Daten zu Gesundheit und Wohlbefinden und möglichen Gefahren durch Lärm, Gas, Vibrationen, etc. möglich. Dadurch ergeben sich viele Anwendungsmöglichkeiten und Einsatzbereiche, von der Produktion, über die Logistik bis hin zur Medizintechnik.

Am Steckverbinder-Markt geht es oftmals darum, Standards am Markt zu etablieren. Können Sie sich auch vorstellen, mit einem Wettbewerber zusammenzuarbeiten, um die Freedom-Serie nach vorne zu bringen?

Unser Ziel ist es natürlich vorrangig, unsere Produkte zu schützen. Daher haben wir auch drei Patente in Zusammenhang mit der Freedom-Plattform angemeldet. Sollte der Markt allerdings einen breiteren Zugang zu unserer Technologie wünschen, werden wir uns auch Gedanken über Partnerschaften oder mögliche Lizenzverträge machen. Das ist aber sicherlich nicht unser erster Ansatz.

Das Interview führte Corinna Puhlmann-Hespen