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Interview mit Detlef Fritsch, Weco: »Gedämpft optimistisch ins nächste Jahr«

Seit er vor zwei Jahren zum Geschäftsführer von Weco Contact berufen wurde, hat sich das Unternehmen positiv weiterentwickelt, so Detlef Fritsch im Interview. In Zukunft will er der Automobilbranche eine größere Bedeutung beimessen. Die entsprechenden Produkte stünden bereit.

Markt&Technik Bildquelle: © Markt & Technik

Detlef Fritsch, Weco: »Auch 2018 haben wir uns mit gewohnt kurzen Lieferzeiten am Markt behauptet.«

Frage: Herr Fritsch, seit 2017 sind Sie Geschäftsführer von Weco Contact. Wenn Sie die letzten Jahre zurückblicken: Wie fällt Ihr Fazit aus und wie haben Sie das Unternehmen Ihrer Ansicht nach beeinflusst?

Detlef Fritsch: Weco hat in der Zeit einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, Glaubwürdigkeit gewonnen, durch kundenwunschgetreue Fertigung und Lieferung überzeugt und somit Marktanteile gewonnen. Dieser konsequente Schritt war das Ziel meiner strategischen Ausrichtung und hat Weco in den letzten Jahren gestärkt – auch im Jahr 2018, in dem viele unserer Wettbewerber durch erhöhte Lieferzeiten negativ auffielen, wir uns aber mit gewohnt kurzen Lieferzeiten am Markt behauptet haben.

Ursprünglich kommen Sie aus der Beleuchtungsbranche. Was hat Sie an der neuen Aufgabe bei einem Steckverbinderhersteller besonders gereizt?

Die Möglichkeit, in einer für mich neuen Branche einen prägenden Einfluss zu nehmen. Und es motiviert mich, ein vor 98 Jahren gegründetes Unternehmen aus seiner Marktnische zu führen und besonders auch das Team und die Leistung der Einzelnen auszubauen.

Weco stellt vor allem Steckverbinder für die Gebäudeautomation und Industrie her. Welchen Stellenwert hat für Sie die Automobilbranche und welchen Anforderungen stehen Sie gegenüber?

Ich sehe Weco als den frischen Partner in der neuen Welt der Automobilindustrie. Denn hier sind die neuesten Techniken gefragt, zum Beispiel Floating Pins, aber auch Leistungssteckverbindungen. Und die Miniaturisierung der Vergangenheit weicht in vielen Bereichen mittlerweile einer zuverlässigen Verbindungslösung für raue Umgebungsbedingungen mit höheren Strömen. Und das ist das Spielfeld, auf dem Weco die jahrzehntelange Erfahrung mitbringt.

Die eben von Ihnen angesprochenen Stiftleisten und Leiterplattenklemmen mit Floating Pins bzw. Floating Bodies hat Weco erst kürzlich präsentiert. Welches Prinzip steckt hinter der Technologie?

Generell ist es so, dass die Produkte, besonders wenn es in den Anwendungsfall der inneren Komponenten geht, äußersten Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Dadurch sind die Bauteile und die Platinen einem enormen Stress ausgesetzt. Um hier eine optimale, kompensatorische Ausgleichsfunktion wahrzunehmen und zusätzliche „Puffer“ der Ausdehnungskoeffizienten zwischen Platine und Bauteil und Bauteilstressreduzierungen zu realisieren, hat Weco diese Technologie entwickelt. Sie sorgt weiterhin für Koplanarität zwischen jedem metallischen Element im Verbinder und der Platine.

Was war der Grund für die Entwick­lung?

Wir wollten maßgeblich modernsten Techniken folgen und Wegbereiter bei der SMD-Technologie werden, also der einseitigen Bestückung von Platinen, um damit noch mehr Bauteile auf kleinstem Raum zu ermöglichen. Unser Ziel war, eine Technik zu ermöglichen, die den mechanischen Festigkeiten von THR-Techniken (Durchstecktechnik) in Nichts zurücksteht.

Stellen die Kontakte nochmals besondere Anforderungen an die Verarbeitung?

Nein, das ist das geniale Prinzip – Sie nutzen Produkte, die handelsüblich aussehen, aber viel mehr Technologie und Know-how beinhalten.

Zum Abschluss: Wie prognostizieren Sie im hart umkämpften Markt die Geschäftsentwicklung im kommenden Jahr?

Nicht zuletzt durch politische Einflüsse wird das Jahr eine besondere Anforderung an die gesamte Industrie stellen – aber wir sehen uns in der vorteilhaften Lage, dass unsere Vorarbeit seit meiner Verantwortung Früchte trägt. Ich gehe daher gedämpft optimistisch ins nächste Jahr und erwarte weniger Rückgang als viele unserer Marktbegleiter.