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Umsatzzahlen von Harting: »Der Wachstumsmotor Deutschland stottert«

Der Umsatz der Harting Technologiegruppe war im Geschäftsjahr 2018/19 leicht rückläufig und sank um 1,6 Prozent von 762 Millionen auf 750 Millionen Euro.

Harting verzeichnete kräftiges Wachstum in bestimmten Geschäftsfeldern. So verbuchte die Technologiegruppe im Bereich Lade-Infrastruktur für Elektromobilität deutlich zweistellige Zuwachsraten. Daher baut Harting die Produktion in Rumänien aus. Im Ma Bildquelle: © Harting

Harting verzeichnete kräftiges Wachstum in bestimmten Geschäftsfeldern. So verbuchte die Technologiegruppe im Bereich Lade-Infrastruktur für Elektromobilität deutlich zweistellige Zuwachsraten. Daher baut Harting die Produktion in Rumänien aus. Im Mai 2020 soll die Erweiterung der Werke in Sibiu und Agnita abgeschlossen sein.

»Dieses Ergebnis haben wir angesichts verschiedener Indikatoren erwartet«, sagte Vorstandsvorsitzender Philip Harting. Politische Unsicherheiten, Handelskonflikte, der Brexit und Währungseffekte hätten das Ergebnis beeinflusst. »Um Währungseffekte bereinigt, hätten wir jedoch unser Rekordergebnis vom Vorjahr wiederholt«, machte der Harting-Chef deutlich.

Auf der Jahrespressekonferenz im Dezember 2018 hatte er ein Wachstum von unter 5 Prozent für das Geschäftsjahr 2018/19 prognostiziert, zur Hannover Messe jedoch bereits von einer großen Anstrengung gesprochen, das Vorjahresergebnis zu erreichen und die Prognose angepasst. »Gemessen am Wettbewerbsumfeld und an unseren Kunden haben wir uns dennoch ganz gut geschlagen«, sagte der Vorstandsvorsitzende und verwies auf die Prognose des Branchenverbandes VDMA, die für beide Jahre 2019 und 2020 von einem Rückgang von 2 Prozent ausgeht.

Unterschiedliche Entwicklung in den Regionen

Die Regionen, in denen Harting weltweit tätig ist, haben sich im Geschäftsjahr 2018/19 unterschiedlich entwickelt. Neben Rückgängen gab es auch kräftiges Wachstum. So stieg in Europa (ohne Deutschland) und dem Nahen Osten sowie Afrika (EMEA) der Umsatz um 6 Prozent auf 278 Millionen Euro (Vorjahr: 263 Millionen Euro). In der Region Asien blieb Harting stabil: Der Umsatz sank hier leicht um 0,5 Prozent auf 186 Millionen Euro (Vorjahr: 187 Millionen Euro). Während in der Region Americas die Technologiegruppe ein Minus von 9 Prozent auf 72 Millionen Euro (Vorjahr: 79 Millionen Euro) verbuchte. Auch in Deutschland ging der Umsatz um 8 Prozent auf 214 Millionen Euro (Vorjahr: 233 Millionen Euro) zurück. »Die Krise in der Windkraftindustrie, deutliche Rückgänge im Maschinen- und Anlagenbau, sowie die Handelsstreitigkeiten schlagen hier eindeutig durch, und der Wachstumsmotor Deutschland stottert«, so Philip Harting.

Herausforderndes Jahr 2020

Für das nächste Jahr will er sich auf keine eindeutige Prognose festlegen: »Das neue Jahr verspricht erst einmal herausfordernd zu werden. Die Unsicherheiten sind nach jetzigem Stand nicht kleiner«, sagte er und verwies dabei auf die Umwälzungen in der Automobil- und Zulieferindustrie im Zusammenhang mit der Klimaschutzdebatte und der E-Mobilität. Eine ganze Branche stehe vor einem gigantischen Umbruch, von dem niemand wisse, wie er ausgehe.

Eindeutige Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 lassen sich derzeit deshalb nur schwer stellen. Die Institute gehen allenfalls von einem geringen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,4 Prozent bis 0,5 Prozent für das Kalenderjahr 2020 aus; Branchenverbände wie VDMA und ZVEI von einem leichten Rückgang. »Auch wir orientieren uns an diesen vorsichtigen Prognosen und kalkulieren eine erneute Seitwärtsbewegung ein.«