Meilenstein erreicht

Kühlen mit Wasser als Kältemittel

15. Februar 2021, 09:24 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Teil 2: Wasser als Kältemittel, das Funktionsprinzip

Die Idee, Wasser als Kältemittel zu verwenden, ist grundsätzlich nicht neu. Dennoch hat es bisher kein Unternehmen zuvor geschafft, den Prozess so erfolgreich zu Ende zu denken wie das bayerische Unternehmen. 

Klassischer Kältekreislauf als Basis

In der hauseigenen Technologie stecken mehr als zehn Jahre Entwicklungsarbeit sowie über 200 Patente. Das Funktionsprinzip beruht auf einem Kreisprozess im Hochvakuum. Zum Einsatz in diesem Vakuum kommt ein Kaltdampfprozess mit Direktverdampfung, Verdichtung und Kondensation. Es handelt sich also um einen klassischen Kältekreislauf, wobei der Verdichter-Aufbau speziell auf die Eigenschaften des Kältemittels Wasser abgestimmt ist.

Einen wichtigen Meilenstein hat Efficient Energy jüngst erreicht, indem es die Effizienz sowie die Kälteleistung seiner Technologie nochmals deutlich steigern konnte. Das neue Modell „eChiller120“, das im Sommer 2021 in Serienproduktion gehen soll, erzielt im Vergleich zur vorherigen Version eine dreifach höhere Kälteleistung – 120 kW bei 0 Prozent direkten CO2-Emissionen. Das eChiller-Kühlsystem eignet sich somit auch für die hohen Anforderungen der Prozesskühlung, der Maschinenkühlung sowie für die technische Klimatisierung. Das Kühlsystem lässt sich ebenso im Maschinenbau, der Fahrzeug-, Gummi- und Kunststoffindustrie einsetzen wie auch zur Kühlung von Rechenzentren, Schaltschränken oder Serverräumen.

»Bei dem neuen Gerät handelt es sich um eine leistungsfähige Ausführung unserer Technologie, die durch eine Veränderung im Design ihre Kompaktheit beibehält und somit flexibel eingesetzt werden kann«, erklärt Geschäftsführer Georg Dietrich.

Industrieller Einsatz

Das Prinzip des Kälteprozesses beim “eChiller120” entspricht dem des leistungsmäßig kleineren “eChiller35/45”. Bei der Inbetriebnahme wird einmalig enthärtetes Leitungswasser als Kältemittel eingefüllt, das danach in einem geschlossenen Kreislauf für die Kälteerzeugung genutzt wird. Die Neuerung liegt jedoch in dem komplett neu gestalteten Aufbau und einem verbesserten Verdichter-Konzept. Der von Efficient Energy eigens entwickelte Turboverdichter wurde vergrößert und direkt in das Modul der Wärmeübertrager integriert, was die Effizienz der Kältemaschine deutlich erhöht. Neu sind außerdem einige Konfigurationsmöglichkeiten, wie ein optionales Gehäuse und Freikühlmodul, ein Modul für die Erweiterung der Teillast und weitere Möglichkeiten für die Regelung der Anlagen-Peripherie. Den “eChiller120” kann man problemlos an ein bestehendes Rückkühlsystem anbinden. In Kombination mit einem adiabaten Rückkühler erhält das „Clean Cooling“-System laut Herstellerangaben eine hohe BAFA-Förderquote.

Ausblick

Die Entwicklung einer einstufigen Kältemaschine mit größerer Kälteleistung war für Efficient Energy der nächste logische Schritt. Dieser leite laut Georg Dietrich jedoch nur den Startschuss für den weiteren Ausbau der Produktpalette ein. »Das Marktpotenzial unserer Technologie ist noch lange nicht erschöpft und wir arbeiten bereits an den nächsten Produkten.« Das Unternehmen habe jüngst nochmal erheblich in die Laborinfrastruktur und Entwicklung investiert, um Clean Cooling möglichst schnell und breit am Markt etablieren zu können. Parallel dazu baut die Firma ihr Distributionsnetzwerk weiter aus und forciert den Abschluss weiterer OEM-Partnerschaften.

»Nur so haben wir die Chance, das Marktpotenzial unserer Technologie weiter auszuschöpfen und einen Impact im Kampf gegen die Klimakrise zu erzielen«, stellt Georg Dietrich fest.

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