Phoenix Contact

LWL-Trunkleitungen effizient verteilen

30. Juni 2020, 11:58 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen

LWL-Trunkleitungen effizient verteilen
© Phoenix Contact

LWL-Kabel von Phoenix Contact

LWL-Bündeladerkabel sind eine effiziente Möglichkeit, um eine hohe Anzahl an Lichtwellenleitern und damit Abnehmer im Feld zu bündeln. In 19-Zoll-Installationen werden diese Bündel aufgespleißt und in Form einzelner LWL-Verbindungen weitergeführt.

Das Ende der Glasfaser-Übertragung rückt immer näher an die Endanwendung wie Rechenzentren und Industrie-Anlagen heran. Denn Datenpakete über Lichtwellenleiter (LWL) zu übertragen, bietet zahlreiche Vorteile. Die Kabel und Leitungen sind bis 90 Prozent leichter und dünner als Kupferkabel und erlauben dennoch größere Übertragungsstrecken und -Geschwindigkeiten.

»Die unterschiedlichen Faserarten wie POF, PCF und GOF sowie die Faserkategorien OM1 bis OM4 und OS2 ermöglichen heute auf spezifische Anforderungen zugeschnittene Verkabelungskonzepte zu realisieren«, betont Frank Kölske, Product Marketing Data Connectors von Phoenix Contact. »Ob nun für kurze, mittlere oder lange Distanzen, ob für Geschwindigkeiten von weniger als 100 MBit/s oder bis 40 GBit/s, für praktisch jede Anforderung in der industriellen und semi-industriellen Automatisierung gibt es ein passendes LWL-Kabel, selbst innerhalb von Bus- oder Ethernet-Strukturen.«

Spleißverteiler als Übergabepunkt

Als Übergabepunkt zwischen der passiven LWL-Backbone-Verkabelung und den Aktivkomponenten mit entsprechenden LWL-Schnittstellen dienen so genannte Spleißverteiler oder Spleißboxen. Diese Boxen bilden gleichzeitig den Abschluss der LWL-Verlegekabel – zumeist Bündeladerkabel. 

Die Kabel mit unterschiedlichen Faseranzahlen laufen beispielsweise in Rechenzentren im Hauptanschlussraum zusammen und werden dort in mehrere Anschlüsse für die Aktivkomponenten wie Switches und Router aufgespleißt. Der Vorteil dieser Verkabelungsart: »Wird ein Gerät auf der aktiven Seite – zum Beispiel ein Switch - ausgewechselt oder zusätzlich installiert, muss der Anlagenbetreiber nicht gleichzeitig auch die etablierte Infrastruktur-Verkabelung erneuern. Die Bündeladerkabel bleiben in der Regel erhalten und sorgen weiterhin für die störunempfindliche Datenübertragung im Backbone«, führt Frank Kölske aus.

Lediglich die wesentlich kürzeren und kostengünstigeren Patchkabel zwischen der Spleißbox und der aktiven Komponente müssen ausgetauscht werden. »Damit bleibt das Investitionsvolumen des Backbones – etwa Leitungen, Trassen und Verteiler - in der Regel erhalten.« Das neue aktive Gerät kann zudem schneller in Betrieb genommen werden, da die gegebenenfalls auszutauschenden Patchkabel im Schaltschrank direkt zugänglich sind.

Ausgeführt in 19-Zoll-Technik

Am weitesten verbreitet sind für diese Anwendung noch immer 19-Zoll-Schränke, in denen sowohl die Spleißboxen als auch die aktiven Komponenten übersichtlich und wartungsfreundlich installiert sind. Das 19-Zoll-Format bietet für die Spleiß- und Verkabelungsarbeiten ausreichend Platz und erlaubt es, die bei LWL-Kabeln vorgegebenen minimalen Biegeradien einzuhalten.

Spleißbox
© Phoenix Contact

Spleißbox von Phoenix Contact

Die Spleißboxen der Serie „FDX 20“ von Phoenix Contact haben eine auszieh- und entnehmbare Schublade mit Schnellentriegelung. So kann der Rahmen an der vorgesehenen Position im 19-Zoll-Schrank vorinstalliert und die Schublade mit den Pigtails – also den kurzen Lichtwellenleiter-Stücken mit einseitig vorkonfektioniertem LWL-Stecker – gespleißt werden. Weil die Schublade tiefenverstellbar ist, lässt sich die Spleißbox auch an unterschiedliche Schranktiefen anpassen. Das trägt dazu bei, dass die angeschlossenen Patchkabel beim Schließen der Tür nicht geknickt oder beschädigt werden.

»Die farbigen Pigtails der vorkonfektionierten Spleißboxen sind bereits mit den jeweiligen verschraubten Frontanschlüssen verbunden«, erklärt Frank Kölske. »Daher müssen lediglich die offenen Faserenden mit den Fasern des Bündeladerkabels verbunden werden«. Das minimiert mögliche Fehlerquellen und reduziert Zeit für die Inbetriebnahme im Feld. Zwei vormontierte Kabelverschraubungen bieten dank großem Klemmbereich von 7 bis 12 mm einer großen Bandbreite von Kabeldurchmessern sicheren Halt.

Weiter Temperaturbereich

19-Zoll-Installationen werden nicht nur in Rechenzentren eingesetzt, sondern auch in prozesstechnischen Anlagen oder in Windparks. Je nach Einsatzgebiet und geographischer Region kann die Umgebungstemperatur dort zwischen extremen Temperaturen schwanken. »Das ist selbst für die eigentlich recht robuste 19-Zoll-Technik eine Herausforderung«, gibt Frank Kölske zu bedenken. Die Spleißboxen von Phoenix Contact sind daher bewusst auf einen großen Temperaturbereich von -40 bis +85°C ausgelegt, um unterschiedliche Anwendungsbereiche weitestgehend abzudecken.

Für unterschiedliche Anwendungen bzw. verbundene Aktivkomponenten stehen Ausführungen mit jeweils 12 oder 24 LC-, SC- oder ST-Duplex-Anschlüssen zur Verfügung. Dank der standardisierten Steckgesichter für die Faserkategorien OM1 bis OM4 sowie OS2 bieten die Spleißboxen auch in Richtung der aktiven Seite eine hohe Flexibilität und Investitionssicherheit.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Die Steckverbinder-Highlights im Überblick
Diskussion um den Steckverbinder für Single Pair Ethernet
Kompakter Push-in-Leiterplattensteckverbinder
Herstellerübergreifender Push-Pull-Verriegelungsstandard kommt

Verwandte Artikel

Phoenix Contact GmbH & Co KG