Highspeed-Datenübertragung

MPO – der Steckverbinder der Zukunft?

23. März 2021, 09:00 Uhr   |  André Engel, Geschäftsführer der tde - trans data elektronik GmbH

MPO – der Steckverbinder der Zukunft?
© tde - trans data elektronik

Der MPO-Steckverbinder eignet sich nicht nur für die Datenübertragung im Rechenzentrum, er ist auch für eine Vielzahl weiterer Applikationen interessant, z.B. für den Einsatz in der Smart Factory.

Im Rechenzentrum hat die paralleloptische Übertragung via MPO-Steckverbindern eine hohe Bedeutung. Aber auch in anderen Applikationen, z.B. der Smart Factory, steigt die Bandbreite weiter an. Zeit also, sich für eine zukunftssichere Übertragung zu entscheiden.

von André Engel, Geschäftsführer der tde - trans data elektronik GmbH

Überall, wo Platz knapp ist, sind Verkabelungskonzepte gefordert, die hohe Bandbreiten unterstützen und gleichzeitig den Bauraum optimal ausnutzen. Paralleloptische Übertragungsverfahren in Verbindung mit MPO/MTP-Steckverbindern erfüllen exakt diese Aufgaben – und sie sind heute im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0 wichtiger denn je.

Seit Beginn der Corona-Pandemie arbeiten viele Beschäftigte im Homeoffice, kommunizieren mittels Videokonferenzen und greifen „remote“ auf Daten und Applikationen in Rechenzentren zu. Doch auch andere Anwendungen wie Cloud-Applikationen, maschinelles Lernen und das Internet der Dinge erfordern noch leistungsfähigere Verkabelungsinfrastrukturen als bisher.

Für Planer und Betreiber von Rechenzentren oder Smart Factories bedeutet dies, dass sie eine Verkabelungsinfrastruktur implementieren müssen,

  • die für hohe Datenraten ausgelegt und zukunftssicher ist, also die Migration zu Bandbreiten bis mindestens 400 Gbit/s erlaubt,
  • eine hohe Dichte der Verkabelung ermöglicht
  • und die Ausfallsicherheit des Netzwerks garantiert.

Standards für High-Speed-Datenraten von bis zu 400 Gbit/s sind bereits in mehreren Varianten verfügbar. Eine wichtige Rolle spielen dabei Ansätze, die auf eine paralleloptische Datenübermittlung über Multimode-Glasfasern (MMF, Multi-Mode Fiber) setzen. Dabei lassen sich mehrere physische Kanäle (Fasern) parallelschalten. Auf dem paralleloptischen Verfahren basieren Spezifikationen wie 400GBASE-SR8 (acht Kanäle mit jeweils 50 Gbit/s) und 400GBASE-SR16 (16 Kanäle mit jeweils 25 Mbit/s).

Ethernet-Roadmap
© Ethernet Alliance

Die Ethernet Alliance will bis 2030 die Spezifikationen von Ethernet-Versionen mit Datenübertragungsraten von mehr 1 Tbit/s erarbeiten.

Neu ist die Spezifikation 400GBASE-SR4.2. Sie kombiniert das paralleloptische mit dem WDM-Übertragungsverfahren (Wavelength Division Multiplexing). Neben acht Glasfasern mit vier Kanälen werden zusätzlich zwei Wellenlängen verwendet. Doch 400 Gbit/s sind noch nicht das Ende der Entwicklung. In ihrer „Ethernet Roadmap 2020“ führt die Ethernet Alliance bereits Ethernet-Versionen mit 800 Gbit/s und 1,6 Tbit/s auf.

Mit MPO-Steckverbindern ist die Industrie gerüstet für das Terabit-Zeitalter. MPO-Steckverbinder bieten zahlreiche Vorteile: Sie können etwa bis zu 72 Glasfasern aufnehmen. Dennoch fallen sie nicht größer aus als herkömmliche LC-Duplex- oder RJ45-Stecker, wobei LC-Duplex-Stecker nur für zwei Fasern ausgelegt sind. MPO-Steckverbinder sind standardmäßig für 12 und 24 Fasern spezifiziert. Es gibt auch Ausführungen mit 16 und 32 Fasern. Sie kommen beispielsweise im modularen Verkabelungssystem „tML-32“ von tde trans data elektronik zum Einsatz.Je nach Anwendung steht ein umfassendes Portfolio an MPO-Steckverbindern zur Verfügung, um hohe Packungsdichten bei der Rückraumverkabelung zu ermöglichen. Ein Beispiel: Mit MPO-32-Steckern in Kombination mit dem tML-32-System lassen sich modular auf einer Höheneinheit (HE) bis zu 3072 Fasern terminieren. Mit LC-Duplex-Stecker hingegen stünden nur 192 Fasern zur Verfügung. Dank Plug-and-Play-Konnektivität lassen sich zudem statt zwei nunmehr 32 Fasern auf einmal anbinden. Das bedeutet in der Praxis: deutlich verkürzte Installations- und Anschlusszeiten, geringere Kabelvolumina, eine optimale Ausnutzung der Fläche im Rechenzentrum oder im Anlagenbau sowie bessere Skalierbarkeit.

Eine zukunftsorientierte Verkabelung muss zugleich die Möglichkeit bieten, Aus- und Umbauten schnell und kostensparend durchzuführen. Auch in dieser Beziehung weisen MPO-Systeme Vorteile auf: MPO-Stecker werden anschlussfertig vorkonfektioniert geliefert, wodurch das Spleißen der Fasern vor Ort nicht erforderlich ist.

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1. MPO – der Steckverbinder der Zukunft?
2. Teil 2, der Steckverbinder der Zukunft?
3. Teil 3, Hintergrund zur MPO-Technologie

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