Schutz vor Feuchtigkeit und Fremdkörpern

Was bei IP-Schutzarten zu beachten ist

22. Mai 2018, 11:04 Uhr   |  Anja Zierler

Was bei IP-Schutzarten zu beachten ist
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Schmutzpartikel, Feuchtigkeit und sonstige Fremdkörper haben in elektrischen Produkten nichts zu suchen. Die IP-Schutzart gibt Auskunft darüber, wie gut ein Produkt in dieser Hinsicht geschützt ist.

Wie gut ein Gerät gegen Schmutz und Feuchtigkeit gewappnet ist, darüber gibt die IP-Schutzart Auskunft. Aber was müssen Anwender beachten, um diesen Wert einzuhalten? Schurter bietet verschiedene Komponenten mit einer erhöhten IP-Schutzart an und zeigt, wie's geht.

In der Lebensmittelverarbeitung oder Medizintechnik müssen elektrische Geräte unter widrigen Bedingungen über Jahre hinweg zuverlässig und sicher arbeiten. Schmutz, Keime, Bakterien, Staub und Feuchtigkeit lassen sich dabei selten fernhalten. Also gilt es, zu verhindern, dass Schmutz oder Feuchtigkeit ins Gehäuse eindringen können, bei gleichzeitig bestmöglichem Schutz für die Bediener.

Die IP-Schutzart nach IEC/EN 60529 legt fest, in welchem Umfang ein elektrisches Bauteil oder Gerät widrigen Umwelteinflüssen ausgesetzt werden kann, ohne beschädigt zu werden oder ein Sicherheitsrisiko für Personen darzustellen. Die Abkürzung IP steht dabei für „Ingress Protection“. Die IP-Schutzart ist von der elektrischen Schutzklasse darin zu unterscheiden, dass erstere den Schutzgrad des Gehäuses gegen Fremdkörper und Wasser definiert. Dahingegen beschreiben die elektrischen Schutzklassen Maßnahmen gegen berührungsgefährliche Spannungen an betriebsmäßig nicht unter Spannung stehenden Teilen von Betriebsmitteln.

Schutzart-Kodierung

Üblicherweise setzt sich die IP-Schutzart – manchmal auch IP-Code genannt – aus zwei Ziffern zusammen. Dabei steht die erste Ziffer für den Schutz vor dem Eindringen von Fremdkörpern oder bei Berührung. Die zweite Ziffer gibt den Schutz vor Wasser an. Beim Beispiel IP65 bedeutet die erste Ziffer „6“ staubdicht, die zweite Ziffer „5“ Schutz vor starkem Strahlwasser. Je höher diese beiden Ziffern, umso höher der Schutz des Bauteiles.

Unterscheidung des Schutzes zwischen Front- und Rückseite am Beispiel des Kombieelements Schurter 5707.
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Bild 1: Unterscheidung des Schutzes zwischen Front- und Rückseite am Beispiel des Kombieelements Schurter 5707.

Front- und Rückseite unterscheiden

In einigen Fällen ist es sinnvoll, zwischen einem frontseitigen und einem rückseitigen IP-Schutz zu unterscheiden (Bild 1). Beim frontseitigen IP-Schutz handelt es sich um den Schutz gegen das Eindringen von Fremdstoffen von außen ins Innere des Gerätes, etwa bei einem Schalter oder einer Gerätesteckverbindung. Es geht also um die Abdichtung des Bauteils gegen das Gehäuse und das Abdichten beweglicher Elemente, die von der Außenseite her zugänglich sind.
Der rückseitige IP-Schutz betrachtet die Rückseite von im Geräteinneren verbauten Bauteilen, etwa das Gehäuse eines Tasters. Diese Angabe ist vor allem dann relevant, wenn ein Bauteil aus Sicherheitsgründen vergossen werden soll, zum Beispiel Anwendungen gemäß ATEX/IECEx. Mit dieser Angabe wird gleichzeitig darauf verwiesen, ob sich ein Bauteil überhaupt zum Vergießen eignet.

Bild 2: Gesteckter vs. ungesteckter Zustand: wasserdichte IEC-Gerätesteckverbindung von Schurter Typ 4761 und Typ 4762 mit IP67 bzw. IP69K
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Bild 2: Gesteckter vs. ungesteckter Zustand: wasserdichte IEC-Gerätesteckverbindung von Schurter Typ 4761 und Typ 4762 mit IP67 bzw. IP69K

Gesteckt vs. ungesteckt

Bei IP-Schutzartangaben – insbesondere in Verbindung mit Gerätesteckverbindungen – müssen Anwender zudem den Betriebszustand berücksichtigen. Muss ein Gerät etwa unter Stromzuführung dicht sein, so entspricht dies dem „gesteckten Zustand“. Gerätestecker und Gerätesteckdose sind also miteinander verbunden, was dem Normalfall entspricht. Eine hohe IP-Schutzart lässt sich dabei etwa mit einer korrekten Kombination geeigneter Dosen und Stecker, mit Dichtungen, umspritzten Steckerstiften und einem sauberen Einbau zum Gehäuse hin erzielen.
Im „ungesteckten Zustand“ sind Stecker und Dose nicht verbunden, zum Beispiel während des Transports oder einer Reinigungsphase. Auch hier lässt sich mittels optional erhältlicher Abdeckhauben für Stecker wie auch Dosen der Schutz herstellen (Bild 2).

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