Aufforderung zum politischen Handeln

ARM-Übernahme bedroht Europas Hardware-Entwicklung

14. Oktober 2020, 15:25 Uhr   |  Hagen Lang

ARM-Übernahme bedroht Europas Hardware-Entwicklung
© Nvidia | GTC 2020

Nvidia hatte kürzlich für 40 Mrd. Dollar Arm übernommen. Nvidia-CEO Jensen Huang: »Gemeinsam werden wir dem Arm-Ökosystem beschleunigte Nvidia- und KI-Computing-Technologien anbieten«.

Die Übernahme von ARM durch NVIDIA stellt laut der Gesellschaft für Informatik e.V. eine „ernste Bedrohung für die technologische Souveränität Europas dar.“ Durch die Verschmelzung entstünde ein Konzern mit monopolartiger Macht, mit Risiken für die EU-Wirtschaft.

Die ohnehin sehr bescheidene technologische Souveränität Europas sei ernsthaft bedroht, so die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), weil die von ARM entwickelten Chips für Computer-, Smartphone- und sonstige Anwendungen für viele deutsche und europäische Hersteller unverzichtbar seien. Die Übernahme von ARM durch die kalifornische NVIDIA lasse einen Konzern mit erheblicher weltweiter Marktmacht entstehen, zumindest vorübergehend auch mit mutmaßlich monopolartiger Marktmacht im Bereich der Smartphone-Prozessoren.

Die Liefersituation bei wichtigen Chipfamilien berge erhebliche politische Risiken für den europäischen Wirtschaftsraum und erlaube den USA gegenüber europäischen Firmen ein ähnliches Vorgehen, wie es diese gegenüber den chinesischen Unternehmen Huawei oder TikTok an den Tag gelegt haben. Auch der bei IT-Hobbyisten beliebte, ebenfalls ARM-basierte Computer Raspberry Pi könnte betroffen sein.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. fordert Wirtschaftsminister Altmaier auf, alle kartellrechtlichen und politischen Möglichkeiten auf EU-Ebene und im Gespräch mit der britischen Regierung zu nutzen, um die Übernahme von ARM durch NVIDIA und somit deren Erlangung hoch gefährlicher Marktkontrolle und deren mögliche politische Instrumentalisierung zu verhindern. Gleichzeitig müsse die Chipentwicklung -und Produktion in Europa gefördert werden, so die GI.

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