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Analog Devices: »Die Rechnung 1+1>2 ist aufgegangen«

2016 hat Analog Devices überraschend die Übernahme von Linear Technology angekündigt, im März 2017 wurde die Transaktion abgeschlossen. Wir sprachen mit Stefan Steyerl, Geschäftsführer bei Analog Devices, darüber, inwieweit die Erwartungen an die Akquisition erfüllt wurden.

Stefan Steyerl ist neuer Geschäftsführer der Analog Devices GmbH. Bildquelle: © Analog Devices

Stefan Steyerl, Analog Devices: »Wir sehen im Moment eine leichte Eintrübung auch durch den Einfluss von China speziell im Automatisierungsbereich.«

Frage: 2015 kamen Linear Technology und Analog Devices zusammen auf rund 5 Mrd. Dollar. Rein rechnerisch mit den verschiedenen Wachstumsraten der letzten Jahre hätte ADI im letzten Jahr 6 Mrd. Dollar umsetzen müssen, erzielt wurden 6,2 Mrd. Dollar. Ist also die Rechnung 1+1>2 aufgegangen oder sind die sehr guten Umsatzzuwächse auf die diversen kleineren Übernahmen wie Innovasic, Symeo oder OneTree Microdevices zurückzuführen?

Stefan Steyerl: Analog Devices‘ Strategie bei Übernahmen ist es, das Technologie-Portfolio zu erweitern und zu komplementieren. So auch bei den von Ihnen erwähnten Beispielen. Bei der Übernahme von Innovasic & Co werden und wurden zum Teil deren Technologien in ADI-Produkte integriert, sie haben aber noch keinen nennenswerten Beitrag am heutigen Geschäftsergebnis.
Mit Linear Technology hat ADI zusätzlich zur Technologie natürlich auch Umsatz übernommen, welcher einen erheblichen Beitrag am Gesamtergebnis hat. Wir haben nun zwei Jahre nach dem Zusammenschluss festgestellt, dass wir Synergie- und Skalierungseffekte bei Kunden hatten, die jede Firma einzeln für sich so nicht gehabt hätte. Daher ist in diesem Zeitraum die Rechnung 1+1>2 bereits aufgegangen.

2018 konnte ADI seinen Umsatz für fast alle bediente Endmärkte außer bei Konsumgütern steigern. Inwieweit hat die Übernahme von LTC Anteil an diesem Umsatzwachstum?

In den Geschäftszahlen von 2017, die den Zeitraum November 2016 bis Oktober 2017 abdecken, wurde der Umsatzanteil von LTC erst mit dem Datum der Übernahme am 10. März 2017 ausgewiesen, während er im Geschäftsjahr 2018, also von November 2017 bis Oktober 2018, natürlich voll inkludiert war. Dies muss man bei dem Wachstum im Jahr 2018 berücksichtigen. Nichtsdestotrotz ist Analog Devices im letzten Jahr auch bereinigt stark gewachsen. Dadurch hat die Übernahme von LTC einen großen Anteil am Wachstum im Fiskaljahr 2018. Zusätzlich hat die erhöhte Nachfrage nach unseren Produkten in allen Endmärkten, außer im Consumer-Bereich, unser Wachstum positiv beeinflusst.

2018 konnte ADI besonders stark in Japan und China zulegen. Warum?

Der Anteil von LTC am Gesamtgeschäft in China und Japan ist im Verhältnis größer als der Anteil in Europa. Daher sieht man durch den Effekt, den ich bereits beschrieben habe, ein höheres Wachstum durch den Zukauf von LTC. Insgesamt trägt natürlich auch das starke Wirtschaftswachstum in China zum positiven Ergebnis bei. Gleichzeitig bedeutet es für Europa, dass es hier noch ein großes Wachstumspotenzial für das LTC-Portfolio in der Zukunft gibt.