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Nor-Flash-ICs mit Controller-Cores: Speicher-Subsysteme für Functional Safety und Security

Eine ganze neue Speicher-Kategorie will Cypress mit den ARM-Core-basierten „Semper“-Flash-Speichern entwickelt haben, die ab sofort zur Verfügung stehen. Micron setzt auf die Authenta-Familie mit dediziertem Controller-Core.

Die Semper NOR-Flash-Familie von Cypress umfasst nach AEC-Q100-qualifizierte Bausteine mit einem erweiterten Temperaturbereich von -40 bis +125 °C und  unterstützt Betriebsspannungen von 1,8 und 3,0 V. Bildquelle: © Cypress

Die Semper NOR-Flash-Familie von Cypress umfasst nach AEC-Q100-qualifizierte Bausteine mit einem erweiterten Temperaturbereich von -40 bis +125 °C und unterstützt Betriebsspannungen von 1,8 und 3,0 V.

Die gute Nachricht für die Anwender: Die neuen Speicher sind für heutige und künftige Safety- und Security-Anforderungen im IoT-Umfeld – etwa Automotive – ausgelegt und senken die Kosten.

»Es handelt sich beiden NOR-Flash-ICs der Semper-Familie im Grunde um vollständige Memory-Subsysteme, die die heutigen und künftigen Functional-Safety- und Security-Anforderungen erfüllen«, erklärt Rainer Hoehler, Vice President und General Manager der Flash-Business-Unit von Cypress. Für den Anwender aber sieht der Baustein wie ein herkömmlicher NOR-Flash-Speicher aus und passt in die entsprechenden Sockets. Um die neuen Speichertypen einzusetzen, muss das System also nicht geändert werden. Bisher wären dazu zwei separate Bausteine erforderlich gewesen, was in der Bauteilerechnung und im Platzverbrauch, vor allem aber in den Implementierungskosten zu Buche schlägt. Die Materialkosten könnten je nach Systemkonfiguration laut Hoehler um über 1 Dollar sinken.

Besonders hebt er die Flexibilität der Semper-Architektur hervor: Grundsätzlich ließen sich die Systeme zwar auch alternativ realisieren. Setze man aber für bestimmte Features dedizierte Hardware ein, dann würde das durch geringere Flexiblität erkauft. Über zusätzliche externe Komponenten werde es teurer, die Performance sinke und die Schnittstellen zwischen den Chips könnten zu weiteren Schwachpunkten im System werden.

Der Unterschied zu bisherigen NOR-Flash-Speichern: Cypress hat einen ARM-M0-Core integriert. Hier laufen beispielsweise alle Prozess ab, die für die Funktionale Sicherheit erforderlich sind. Deshalb entsprechen die Semper-NOR-Flash-Speicher den ISO-26262-Anforderungen (ASIL-B, ASIL-D und IEC-61508) und sind vorbereitet, nicht nur die heutigen Anforderungen zu erfüllen, sondern auch flexibel erweiterbar für zukünftige Anforderungen.

Richard De Caro, Director der NOR-Flash-Product-Line von Micron, gibt sich da ein wenig überrascht: »Wir haben zwar keinen ARM-Prozessor integriert, aber unser eigener, dedizierter Controller erfüllt alle Sicherheitsvorgaben, wie sie etwa in der Automobilindustrie gefordert werden. Diese NOR-Flash-Speicher stehen bereits seit acht Jahren zur Verfügung.«

Hoehler_Rainer19 Cypress Bildquelle: © Cypress

Rainer Hoehler, Cypress: »Auf diesem Gebiet der Security hat sich noch keine ausreichende Standardisierung herauskristallisiert. Auf Basis der integrierten ARM-Cores in Kombination mit dedizierter Crypto-IP für Hardware-Beschleunigung bietet unsere Architektur die Flexibilität, um die unterschiedlichen Vorstellungen umsetzen zu können.«