Sie sind hier: HomeThemenSmart ComponentsHalbleiter

Weltweiter IC-Markt 2019: 11,9 Prozent Umsatzeinbruch

Der weltweite Halbleitermarkt ist laut Gartner 2019 um 11,9 Prozent auf 418,3 Mrd. Dollar zurückgegangen. Ab diesem Jahr soll es wieder aufwärts gehen.

Gartner Bildquelle: © Gartner (Januar 2020)

Die Rangfolge der Top-Ten-Halbleiterhersteller 2019 und 2018

Der Einbruch auf dem Speicher-IC-Markt hat dazu geführt, dass Intel wieder auf Platz 1 unter den umsatzstärksten Halbleiterherstellern gerückt ist. Denn die Speicher-ICs sind 2019 um 31,5 Prozent eingebrochen. Besonders hart hat es die DRAMs getroffen, hier fiel der Umsatz 2019 um 37,5 Prozent, die durchschnittlichen Verkaufspreise (ASP) für DRAMs rauschten sogar um 47,4 Prozent in den Keller.

Halbleiterhersteller Bildquelle: © Gartner (Januar 2020)

Zum Vergrößern anklicken: Die Rangfolge der Top-Ten-Halbleiterhersteller 2019 und 2018

Dagegen kam Intel mit einem Umsatzminus von 0,7 Prozent auf 65,793 Mrd. Dollar 2019 relativ glimpflich davon und liegt wieder mit deutlichem Abstand in Führung. Der Umsatzrückgang resultierte aus der schwachen Nachfrage im Server-Markt und den Schwierigkeiten in der Fertigung von CPUs. Außerdem hatte Intel im vierten Quartal den Geschäftsbereich der Mobilfunkmodems an Apple verkauft.

»Der starke Einbruch des DRAM-Marktes um 37,5 Prozent resultiert aus dem Überangebot, das sich Ende 2018 aufgebaut hat und über das Jahr 2019 anhielt«, sagt Andrew Norwood, Research Vice President von Gartner. »Verursacht hat das Überangebot der plötzlich eintretende Rückgang der Nachfrage im Hyperscale-Markt. Die Überbestände in den Lagern der OEMs konnten erst über die erste Jahreshälfte korrigiert werden. Allerdings trieben die Überbestände in den Lagern der DRAM-Hersteller die ASPs in der zweiten Hälfte 2019 weiter nach unten.«

Das traf die Speicher-IC-Hersteller hart. So musste Samsung, die 2017 und 2018 auf Platz 1 unter den IC-Herstellern gelegen hatte, einen Umsatzrückgang von 29,1 Prozent auf 52,214 Mrd. Dollar verbuchen. Das Unternehmen erwirtschaftet 82 Prozent des Umsatzes auf dem Sektor der Speicher-ICs, der 2019 um 34 Prozent einbrach.

Der Umsatz von SK Hynix ist 2019 um 38 Prozent auf 22,487 Mrd. Dollar gefallen, der von Micron Technology um 32,6 Prozent auf 20,056. Kioxia dagegen, die frühere Toshiba Memory, konnte sich über einen Zuwachs von 3,1 Prozent auf 8,797 Mrd. Dollar freuen.

Dass der Rückgang im Sektor der NAND-Flash-ICs mit einem Minus von 23,1 Prozent etwas milder ausfiel als der im DRAM-Markt, dürfte für die Hersteller nur ein schwacher Trost sein. Allerdings stabilisierte sich der NAND-Markt seit Mitte 2019. Das dürfte nicht zuletzt aus den Stromausfall in einer Fab resultiert haben, die Kioxia und Western Digital gemeinsam betreiben. Daraufhin hätten laut Gartner die Preise im NAND-Flash-IC-Markt wieder angezogen. Für 2020 rechnen die Analysten mit einer weiter starken Nachfrage aus dem SSD-Sektor sowie von den Herstellern von 5G-Smartphones.

Innerhalb der übrigen Produktkategorien mussten die analogen Bauelemente 2019 einen Rückgang um 54,4 Prozent verzeichnen. Hier schlug die schwache Nachfrage der Industrie und der traditionellen Automobilhersteller zu Buche. Das traf aber auch die Bereiche Controller und die übrigen Logik-ICs. Dagegen konnte die Produktgruppe der Optoelektronik um 2,4 Prozent zulegen, vor allem, weil die Zahl der Kameras pro Smartphone weiter gestiegen ist.

Die gute Botschaft der Analysten: 2020 werde der Umsatz mit Halbleitern wieder steigen. Die Bereinigung der Lagerbestände führe laut Andrew Norwood zu einer Erholung der ASPs, »insbesondere im Sektor der Speicher-ICs.«

Außerdem schien sich der Handelsstreit zwischen den USA und China über die vergangenen Wochen etwas zu beruhigen. Allerdings hatte die US-Regierung 2019 einige chinesische Unternehmen auf die Entity-List gesetzt, darunter Huawei. Das bedeutet, das amerikanische Unternehmen diese Firmen nicht mehr mit bestimmten Bauelementen beliefern dürfen. Deshalb schauen sie sich nach alternativen Bezugsquellen um, allen voran HiSilicon, die Chip-Tochter von Huawei. Davon dürften chinesische Hersteller sowie die Chipschmieden aus den übrigen Weltregionen profitieren.