USA und Verbündete

China-freie Supply-Chains anvisiert

24. Februar 2021, 11:09 Uhr   |  Heinz Arnold

China-freie Supply-Chains anvisiert
© nanantachoke/stock.adobe.com

Präsident Biden will eine Supply-Chain-Strategie für die Fertigung von ICs auf den Weg bringen, um mit Hilfe der Verbündeten China zu umgehen.

Die neu aufzubauende Supply Chain soll weniger anfällig gegen Störungen und Katastrophen sowie gegen Sanktionen unfreundlich gesonnener Länder sein. Die Maßnahmen sollen sich auf die reibungslose Produktion von Halbleitern, Batterien für Autos, medizinische Produkte und Seltene Erden konzentrieren. Über die Kooperation mit befreundeten Ländern in Europa und Ländern wie Taiwan, Japan, Australien und Südkorea ließen sich starke und widerstandsfähige Wertschöpfungsketten aufbauen. Gute internationale Beziehungen stehen also im Zentrum des Plans.

Die USA wollen künftig gemeinsam mit den Verbündeten Informationen über die Lieferketten austauschen und die komplementäre Produktion stärken. Gerade in Notzeiten sollten gemeinsame Lager angelegt und freie Fertigungskapazitäten genutzt werden. Außerdem könnten die Partner dazu bewogen werden, weniger mit China zusammen zu arbeiten.

Der Anteil der in den USA hergestellten ICs ist über die vergangenen 30 Jahre kontinuierlich gefallen: Kamen 1990 noch 37 Prozent aller weltweit hergestellten ICs aus den USA, so sind es jetzt nurmehr 12 Prozent.  

Derzeit liegt Taiwan mit einem weltweiten Anteil von 22 Prozent an der weltweiten IC-Fertigung auf Platz 1. Gerade hat Boston Consulting eine Prognose veröffentlicht, nach der im Jahr 2030 China Taiwan überholen und mit einem Anteil von 24 Prozent zum größten IC-Hersteller der Welt aufsteigen wird.

Die Wertschöpfungsketten umzustellen, dürfte aber einige Zeit benötigen, besonders wenn es um Halbleiter geht. Erste Schritte haben die USA schon unternommen. So wird TSMC eine Fab für 12 Mrd. Dollar in Texas bauen, wo Chips für den Einsatz in der Militärtechnik gefertigt werden sollen. Auch Japan bemüht sich um Investitionen von TSMC. Laut Nikkei Asia will die japanische Regierung 1,2 Mrd. Dollar zur Verfügung stellen, um TSMC nach Japan zu locken. TSMC plant bereits, ein Forschungszentrum in Japan für rund 200 Mio. Dollar zu bauen.  

Derzeit sind die USA in einigen Sektoren sehr stark von China abhängig: So importieren die USA 80 Prozent der Seltenen Erden von China, wie Nikkei Asia berichtet. Mit Hilfe von Australien möchten die USA diese Abhängigkeit reduzieren. Der australische Produzent von Seltenen Erden Lynas baut bereits mit Unterstützung des US-Verteidigungsministeriums eine Anlage in Texas.

Allerdings steht auch zu befürchten, dass sic in Sektoren wie 5G die Kosten für die Endverbraucher erhöhen könnten, wenn die Systemhersteller und Netzbetreiber nur eingeschränkt oder gar nicht mehr bei chinesischen Herstellern wie Huawei einkaufen.

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