JP Morgan Tech/Auto Forum

ICs bleiben 2022 knapp

Thomas Caulfield, CEO von Gobalfoundries: »Eine Entspannung sehe ich 2022 noch nicht.«
Thomas Caulfield, CEO von Gobalfoundries: »Eine Entspannung sehe ich 2022 noch nicht.«
© Globalfoundries

Die Probleme in der Halbleiterlieferkette werden die Anwender auch 2022 prägen. Diesen Ausblick gaben führende Manager auf dem JP Morgan Tech/Auto Forum letzte Woche auf der CES.


Ganz ähnlich schätzte auch Dr. Reinhard Ploss, CEO von Infineon, die aktuelle Lage in einem Interview mit der „Zeit“ ein: »Die Lieferengpässe bei den Halbleitern werden das ganze Jahr 2022 ein heiß debattiertes Thema bleiben.«

Wie Colette Kress, CFO von Nvidia, auf dem JP Morgan Tech/Auto Forum erklärte, rechnet sie mit Verbesserungen in der Lieferkette frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2022. Das bedeutet, dass die Anwender der Chips weiter unter der Knappheit zu leiden haben werden. Apple hat allein im vergangenen Quartal wegen des Mangels rund 6 Mrd. Dollar weniger umgesetzt.

Zwar bauen die IC-Hersteller ihre Kapazitäten kräftig aus, doch von Baubeginn bis zum Hochfahren der Fertigung vergehen zwei bis drei Jahre, so dass auch aus dieser Sicht mit einer merklichen Entspannung in diesem Jahr kaum zu rechnen ist. »Wir werden uns wohl noch über die kommenden zwei Jahre mit den Problemen innerhalb der Lieferkette beschäftigen müssen«, sagte Dr. Thomas Caulfield, CEO von Gobalfoundries, auf dem Forum. »Eine Entspannung sehe ich 2022 noch nicht.«

Auch Hassane El-Khoury, CEO von ON Semiconductor, ist überzeugt, dass die Nachfrage das Angebot in diesem Jahr übersteigen wird. Analog Devices gab einen leicht optimistischeren Ausblick: CFO Prashanth Mahendra-Rajah geht davon aus, dass ADI den Ausstoß an Chips ab dem vierten Quartal des Finanzjahres deutlich steigern könne. Bis zum zweiten Quartal, das bei ADI zum Juli 2022 endet, würden die steigende Nachfrage den gesamten Ausstoß abnehmen.

Auf dem JP Morgan Tech/Auto Forum waren sich die Manager der verschiedenen Unternehmen einig, dass die Nachfrage tatsächlich im Wesentlichen den Bedarfen der Anwender entspräche. Es werde kaum Ware gehortet. Die Gefahr, dass es zu Lagerüberschüssen und einem Einbruch im Halbleitermarkt führen könnte, sei gering.

Reinhard Ploss erklärte im Interview mit der „Zeit“ auf die Frage, ob es in zwei Jahren dank der Kapazitätserweiterungen zu viele Halbleiter geben könnte: »Ich rechne mit moderaten Überschüssen. Das größere Risiko wäre es, wenn die Knappheit anhalten würde.«


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