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»REProMag«: Effiziente Permanentmagneten-Herstellung prämiert

Die OBE Ohnmacht und Baumgärtner GmbH & Co. KG hat den 5. Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg stellvertretend für das Konsortium des Projektes »REProMag« erhalten. In diesem wurde eine effiziente, ressourcenschonende Produktion von permanenten Magneten aus recycelten seltenen Erden entwickelt.

SDS-3D-Prozess Bildquelle: © Ministerium für Umwelt Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Basierend auf einem modifizierten Metallspritzgussverfahren, dem SDS-3D-Prozess (shaping, debinding & sintering) können Neodym-Eisen-Bor (NDFeB)-Magnete mit komplexen Geometrien in einem geschlossenem Materialkreislauf abfallfrei erzeugt werden.

Metalle Seltener Erden spielen in vielen Schlüsseltechnologien eine wichtige Rolle, man denke nur an Neodym, das für die Herstellung von starken Dauermagneten unverzichtbar ist, wie sie u.a. in permanenterregten Elektromotoren eingesetzt werden. Das Problem: Über 95 Prozent der insgesamt 17 zu den seltenen Erden gerechneten Elemente werden in China gefördert. Die Erschließung neuer Quellen, Innovationen in der Materialeffizienz und dem Recycling tun also not.

In der Kategorie Materialeffizienz des Umwelttechnikpreises Baden-Württemberg erhielt das Unternehmen OBE Ohnmacht & Baumgärtner GmbH & Co.KG die Auszeichnung für sehr gute Ergebnisse im SDS-Herstellungsprozess von recycelten Hochleistungsmagneten.

In der SDS-Technik (Shaping, Debinding, Sintering/ Formgebung, Entbindern, Sintern) werden formkomplexe magnetisierte Teile mit einer signifikanten Erhöhung der Materialeffizienz und trotzdem kostengünstig hergestellt. Die mit Metal Injection Moulding (MIM)-Spritzguss oder Additive Manufacturing (AM)-Verfahren hergestellten Hochleistungsmagnete können in elektrischen Motoren, Sensoren, Aktuatoren, Greifern und Befestigungen in Anwendungen für Elektro-Mobilität, Energie, Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik zum Einsatz kommen.

Das Rohmaterial wird vollständig durch Recycling gewonnen und die Produkte können nach dem Ende ihrer Lebensdauer wiederum vollständig recycelt werden. Die Fertigungskette ist zu 100 Prozent frei von Abfällen. Mit dem SDS-Prozess ist ein noch nie zuvor erreichtes Nachhaltigkeitsniveau in der Magnetproduktion erreicht worden, dessen Energieeffizienz zudem ca. 30 Prozent über der anderer Herstellungsprozesse liegt.

»REProMag« ist ein von der EU gefördertes europäisches Projekt, das angewandte Forschung, Technologieintegration und –entwicklung kombiniert. Es vereint Wissenschaftsexperten für RE-Magnete, Pulver- und Feedstock-Verarbeitung, moderne Materialcharakterisierung, additive Fertigung, Pulverspritzguss und Sintern in einer Gruppe von 14 Partnern aus 5 europäischen Ländern.