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Kritischer Rohstoff aus Afrika: Recyceln, um Kobalt-Knappheit zu entgehen

Eine Möglichkeit sich den Zugang zu sichern, bestünde darin, den Recycling-Anteil zu erhöhen.

Die belgische Umicore hat sich auf das Recycling von Rohstoffen spezialisiert, unter anderem aus Elektronikschrott und verbrauchten Batterien, aus denen sich Metalle wie Kobalt und Lithium wiedergewinnen lassen. Bildquelle: © Umicore

Die belgische Umicore hat sich auf das Recycling von Rohstoffen spezialisiert, unter anderem aus Elektronikschrott und verbrauchten Batterien, aus denen sich Metalle wie Kobalt und Lithium wiedergewinnen lassen.

Kobalt, spielt eine zentrale Rolle für die Hightech-Wirtschaft. Die Kobalt-Nachfrage wuchs von 2010 bis 2015 von 65.000 auf über 90.000 Tonnen pro Jahr. Bis 2025 soll sich die Nachfrage laut der deutschen Rohstoffagentur auf 155.000 Tonnen erhöhen. Derzeit wird die Hälfte in Batterien verbaut, wo das Metall es möglich macht, die Energiedichte kleiner Akkus zu erhöhen. Auch in vielen anderen Bereichen findet das Material Einsatz. Das Öko-Institut in Freiburg erklärte kürzlich, es könne jedenfalls vorübergehend zu einer Verknappung kommen. Daher sei mehr Rohstoff-Recycling nötig.

American Manganese hat bereits eine Methode entwickelt, um Metalle aus wieder aufladbaren Batterien zurück zu gewinnen. Bloomberg sprach von 10 Prozent des für Autobatterien benötigten Kobalts, das sich über diesen Weg gewinnen ließe.

Die in Brüssel ansässige Umicore hat ein Verfahren entwickelt, Autobatterien zu recyceln und Metalle wie Kobalt und Lithium wieder zu verwenden. Das Unternehmen hat bereits mit Tesla und Toyota Verträge abgeschossen um deren verbrauchte Batterien zu verarbeiten.

Mehr als die Hälfte des weltweit geförderten Kobalts kommt aus dem Kongo – dem unruhigen zentralafrikanischen Riesenreich von der Größe Westeuropas, das den Begriff Konfliktmineralien geprägt hat. Auch die Hälfte aller Reserven von rund 7 Mio. Tonnen liegt dort. Laut Schätzungen stammen 10 bis 20 Prozent des Kobalts aus kaum überwachten, improvisierten Minen und Kleinbergbau im Kongo. Amnesty International beklagt Kinderarbeit, Unfälle und Gesundheitsrisiken.