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KVG: Konzentration auf kundenspezifische Oszillatoren

Auf die Entwicklung hochwertiger, kundenspezifischer Oszillatoren hat sich KVG konzentriert. Jetzt stehen die Zeichen wieder auf Wachstum.

KVG Bildquelle: © KVG
KVG Bildquelle: © KVG

Jürgen Müller, KVG: »Wenn es um Phasenrauschen und geringe Vibrationsempfindlichkeit geht, dann stehen wir weltweit an der Spitze.«

Denn die Strategie hat laut Jürgen Müller, Vertriebsleiter von KVG, gegriffen, er freut sich derzeit über rege Nachfrage und stabile Geschäfte. Das war nicht immer so: Auch an der in Neckarbischofsheim ansässigen KVG, einstmals einer der großen Namen im „Crystal Valley“, ist die Entwicklung auf dem Markt für Quarze und Oszillatoren nicht spurlos vorüber gegangen. Wie für so viele andere lohnte sich für KVG die eigene Fertigung von Quarzen vor Ort nicht mehr. Sie wurde ausgelagert, jetzt kauft KVG diese Produkte zu. Das blieb natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die Mitarbeiterzahl. Außerdem hat KVG sich neu ausgerichtet; die von hohen Stückzahlen und Preiskämpfen gekennzeichneten Märkte wie die Telekommunikation visiert das Unternehmen schon lange nicht mehr an.

Die aktuelle Strategie, für die die Weichen schon vor zehn Jahren gestellt wurden, besteht darin, kundenspezifische Oszillatoren selber zu entwickeln und damit auf die High-End-Märkte in den Sektoren Messen und Testen, Luft- und Raumfahrt sowie High-End-Audio abzuzielen. Rund 50 Mitarbeiter beschäftigen sich heute damit, das Optimum für die jeweiligen Anwendungen aus dem Zusammenspiel zwischen Quarz und Schaltung herauszuholen. »Inzwischen entwickeln wir zu 90 Prozent kundenspezifische Oszillatoren; pro Jahr führen wir rund 50 solcher Entwicklungen durch, die zu neuen Komponenten führen.« Die Tendenz ist steigend. Gerne würde KVG Ingenieure einstellen. »Was aus den bekannten Gründen derzeit eben schwierig ist«, wie Müller einräumt.

Geringstes Phasenrauschen

Auf der technischen Ebene sei es dem Unternehmen mittlerweile gelungen, sich weltweit einen Namen zu machen. »Wenn es um Phasenrauschen und geringe Vibrationsempfindlichkeit geht, dann stehen wir weltweit an der Spitze«, ist Müller überzeugt. Ein Beispiel dafür sind OCXOs, deren Phasenrauschen bei nurmehr –120 dBc liegt. »Vor vier Jahren sind wir noch nicht über –115 dBc hinausgekommen. Wir gehören zu den ganz wenigen Unternehmen, die in dieser Klasse liefern können«, freut sich Müller.

Einsatz finden solche OCXOs beispielsweise in Radarsystemen und in anspruchsvollen Audiogeräten. In solche Entwicklungen fließe sowohl das Wissen um die Schaltungstechnik als auch das um die Fertigung der Quarze, das innerhalb von KVG bewahrt worden sei: »Dies ist über die enge Zusammenarbeit mit unseren Produktionspartnern in Fernost und in den USA gelungen, sonst könnten wir die High-End-Oszillatoren gar nicht entwickeln.«

Jetzt stünden im Rahmen der Strategie, sich auf die kundenspezifischen Oszillatoren zu konzentrieren, die Zeichen wieder auf Wachstum. Einerseits aus den Gebieten, in denen KVG bereits aktiv ist. Andererseits aus neuen Märkten, die sich von dort aus auftun: »Vor einigen Jahren hatten wir den High-End-Audio-Markt noch gar nicht auf dem Schirm gehabt, schnell hat er sich über die vergangenen Jahre zu einem unserer wichtigen aktuellen Standbeine entwickelt.« Derartige Potenziale schlummert mit Sicherheit auch in den neu entstehenden 5G-Märkten, innerhalb derer KVG vor allem auf die Hersteller von Test- und Messgeräten abzielt, die für ihre Produkte Oszillatoren einsetzen, die die technologische Speerspitze auf dem Markt bilden.

Für dieses Jahr ist er grundsätzlich optimistisch, die Situation für die Kunden von KVG sei gut und so hofft er, dass sich die stabile Entwicklung in diesem Jahr fortsetzen werde. Und wo sieht Müller KVG in fünf Jahren? »Bis dahin werden wir weiter gewachsen sein und uns als Anbieter von hochwertigen Oszillatoren einen Namen gemacht haben.« Um dieses Ziel zu erreichen, will KVG künftig in der Wertschöpfung eine Stufe höher steigen und nicht nur die Oszillatoren, sondern beispielsweise komplette Synthesizer anbieten. Was sieht er als größte Herausforderung auf diesem Weg an? »Die geeigneten Ingenieure zu finden«, lautet die Antwort knapp und bündig.