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Jauch feiert 65. Geburtstag: Von Sättigung keine Spur

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Schon früh fiel der Blick auf China...

Währenddessen wurden die Zeiten für die Uhrenindustrie in Deutschland immer härter. Für Jauch stellte sich die dringende Frage, was unter diesen Umständen zu tun sei. Eine Antwort lag darin, enge Beziehungen zu japanischen Unternehmen aufzubauen, die die Quarze günstiger fertigen konnten, als es hierzulande möglich gewesen wäre. Es entstanden enge Beziehungen zu japanischen Unternehmen wie JVC, Uniden und Meiden. Meiden übrigens hatte die Technik in den 1930er-Jahren aus Deutschland bezogen, wo damals Firmen wie Siemens und SEL Funkgeräte für U-Boote gebaut hatten und dafür Quarze und Oszillatoren benötigten.

Zudem hatte Jauch schon vor dem Fall der Mauer die Fühler in die DDR ausgestreckt und Beziehungen zu Narva in Ostberlin aufgebaut. Nach dem Ende der DDR übernahm Jauch die Firma. Gleichzeitig gab das Unternehmen SEL die Fertigung von Quarzen in West-Berlin auf. Jauch nutzte diese Gelegenheit zum Erwerb von Produktionsanlagen und verlegte die Fertigung von der Hauptstadt an den Neckarursprung. »Die meisten Mitarbeiter sind zu unserer Überraschung sogar von Berlin nach Villingen-Schwenningen mitgezogen«, erinnert sich Thomas Jauch. »Mit unserer Produktion in Villingen-Schwenningen ergänzen wir heute unser Produktspektrum um bedrahtete Quarze in engen Toleranzbereichen.«

Doch nicht nur in Deutschland wurde investiert: Schon in den Achtzigerjahren fiel der Blick von Jauch nach China, wo sich das Unternehmen nach und nach ein Netzwerk aufbaute. 1986 fiel schließlich der Entschluss, dort auch in ein eigenes Werk zu investieren. „Eigen“ bedeutete zu dieser Zeit zunächst einmal, dass zu einem Drittel der chinesische Staat an dem Unternehmen beteiligt war. Thomas Jauch: »1986 gehörten wir zu den ersten, die sich überhaupt in China engagiert haben.« Als Thomas Jauch 1987 die Geschäftsführung von seinem Vater übernahm, machte er es sich zur Aufgabe, die Präsenz in Asien weiter voranzutreiben. Und das mit Erfolg: 1988 öffnete das erste Jauch-Werk in der chinesischen Stadt Putian.

Damals belieferte Jauch insbesondere die deutsche Uhrenindustrie sowie die Hersteller von Unterhaltungselektronik wie Saba, Dual und Grundig mit Quarzen, die sowohl aus eigenen wie aus fremden Werken stammten. Die Computer- sowie die Kommunikationsindustrie kamen als neue Absatzmärkte hinzu. Und nicht zuletzt der Einzug der Elektronik in die Autos machte sich durch einen wachsenden Bedarf an Quarzen für Jauch bemerkbar.

»Der Markt befand sich in ständigem Wandel – und er wandelt sich noch immer. Die Nachfrage nach Uhrenquarzen ist zurückgegangen und wichtige Abnehmer aus der Unterhaltungselektronik – etwa TV-Hersteller – sitzen mittlerweile in der Türkei und in China. Nur eines blieb konstant: Wegen des noch weiter wachsenden Elektronikanteils nehmen auch die Stückzahlen der Quarze zu«, sagt Thomas Jauch. Doch leider verfallen die Preise. »Wir mussten uns ständig anpassen und tun es nach wie vor.« Und immer wieder ergäben sich trotz des Preisdrucks neue Chancen: »Im Moment sehe ich in der Medizintechnik sehr interessante Wachstumsmöglichkeiten.«