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Jauch feiert 65. Geburtstag: Von Sättigung keine Spur

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Die Herstellungsbedingungen haben sich geändert

Es ändern sich nicht nur die Regionen, in denen jeweils die größten Kunden der verschiedenen Branchen angesiedelt sind, sondern auch die Herstellungsbedingungen. Konnte über viele Jahre in Asien zu unschlagbaren Kosten gefertigt werden, so ändert sich auch dies teilweise wieder. Asien ist für hohe Stückzahlen immer noch der Standort der Wahl, doch auch hier steigen die Löhne, und sobald die Ansprüche höher werden, kann es wieder sinnvoll sein, in Europa zu fertigen.

Als Ergänzung zu Quarzen und Oszillatoren hat Jauch zudem MEMS-Produkte ins Programm aufgenommen – eine Technik, die ursprünglich bei Bosch entwickelt wurde. »Das deckt im Moment zwar nur einen Bruchteil des Marktes ab, hat aber durchaus seine Berechtigung«, so Jauch.

Wie sieht es bei den herkömmlichen Quarzen aus, kommt die Technik dort nicht so langsam an ihre Grenzen, sind nur noch, wenn überhaupt, minimale Verbesserungen möglich? »Dass die Technik ausgereizt ist, glaube ich nicht, im Gegenteil«, antwortet Thomas Jauch. »Besonders in der Fertigungstechnik tut sich viel, wir befinden uns in einer erneuten Umbruchphase. Quarze werden künftig ganz ähnlich gefertigt wie Halbleiter. Teilweise haben neue Techniken bereits Einzug gehalten.« Auch Jauch entwickele in einem Werk neue Prozesstechniken, in die große Hoffnungen gesetzt werden. Das bedeutet aber auch steigende Anforderungen, schon heute wird in Reinräumen gefertigt, die erforderlichen Maschinen werden immer teurer.

Die Anschaffung dieser Maschinen lohne sich laut Jauch jedoch nur, wenn damit entsprechend hohe Stückzahlen produziert werden, für die sich auch ein Abnehmer findet. Die aktuelle technische Entwicklung spielt dem Unternehmen jedoch in die Karten. Schließlich dringt die Elektronik in sämtliche Branchen vor: Im IoT-Sektor und in der Kommunikationstechnik – Stichwort 5G – werden hochwertige Quarze und Oszillatoren in großen Mengen benötigt. Gleiches gilt für die Medizintechnik. »Mit unserer Fertigung in Villingen-Schwenningen und den Produktionspartnern in Asien sowie unserer eigenen Entwicklung auf dem Gebiet der frequenzgebenden Bauteile sind wir sehr gut aufgestellt, um diese Märkte bedienen zu können.«

Doch nicht nur mit seinen Produkten möchte sich Jauch vom Wettbewerb abheben. »Unser technischer Support ist eines unserer wichtigsten Alleinstellungsmerkmale«, ist Thomas Jauch überzeugt. »Wir liefern nicht nur die Produkte, sondern wir helfen unseren Kunden auch, unsere Frequenzbauteile optimal einzusetzen. Wir unterstützen beim Design-in-Prozess und führen Schaltungsanalysen mit modernstem Test-Equipment durch. Auf Wunsch erhält der Kunde von uns ein Zertifikat, das die reibungslose Funktionsweise seiner Schaltung unter den von ihm definierten Umweltbedingungen bescheinigt.«

Mit den starken Positionen im weiter wachsenden Bereich der frequenzgebenden Produkte möchte Jauch auch künftig global expandieren. Der Batterietechnologie als zweitem Standbein des Unternehmens fällt bei diesem Vorhaben eine zentrale Rolle zu. »In den vergangenen 15 Jahren haben wir diesen Unternehmenszweig massiv ausgebaut und dabei einen Schwerpunkt auf Lithium-Batterien gesetzt«, sagt Thomas Jauch. So sind am Hauptstandort in Villingen-Schwenningen nach und nach Entwicklungs- und Produktionskapazitäten sowie ein eigenes Testlabor entstanden. »Dank dieser Investitionen entwickeln wir heute Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkulösungen, die perfekt auf die Anforderungen des einzelnen Kunden abgestimmt sind.«

Seit diesem Jahr bietet Jauch zudem spezielle Schulungen zum Thema Lithium-Batterien an. Dazu Thomas Jauch: »Die Lithium-Chemie ist extrem leistungsstark, aber auch anspruchsvoll im Handling. In den Seminaren unserer ‚Battery-Academy‘ erklären wir die wichtigsten Grundlagen zur Funktionsweise der unterschiedlichen Zellchemien, geben einen Überblick über die wichtigsten Transportbestimmungen und erläutern die unterschiedlichen Zertifizierungs-Standards.«