Nebeneffekt der Elektromobilität

Nachhaltige Nachfrage und Versorgungssicherheit bei Tantal


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Steigendes Tantalangebot durch steigende Lithiumproduktion

Auf der Angebotsseite sanken die Rohstoffpreise im Jahr 2020 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren, da die Produktion tantalhaltiger Güter durch die Pandemie beeinträchtigt wurde. Im Jahr 2021 kehrte sich der Trend um, und die Notierungen auf dem freien Markt stiegen bis Mitte des Jahres um 50 Prozent gegenüber ihren Tiefstständen vom Januar. Seitdem sind die Preise wieder etwas zurückgegangen, scheinen sich aber derzeit auf einem Niveau zu halten, das deutlich über dem von Ende 2020 liegt.

Die Förderung in Zentralafrika, der derzeit bedeutendsten Herkunftsregion der Welt, hat sich stabilisiert. Leider wurden in dem diesjährigen UN-Bericht über den Handel mit Tantal aus Konfliktgebieten weiterhin zweifelhafte und besorgniserregende Praktiken festgestellt, darunter ein offensichtlich erheblicher Umfang an geschmuggeltem Tantal aus der Demokratischen Republik Kongo nach Ruanda und dessen Umetikettierung als ruandisches Erz. Dies ist eine Situation, die den großen Abnehmern nicht verborgen bleiben wird. Solange sich die Compliance und die Rückverfolgbarkeit nicht verbessern, könnte das Angebot aus dieser Region möglicherweise eingeschränkt werden.

Schon vor der Covid-19-Pandmie befand sich die Lithiumbranche in einer Flaute, da die Batteriehersteller das Überangebot an Lithium, das bis 2018 eingekauft wurde, verarbeitet haben. Da die australischen Lithiumminen auch Tantal als Abfallprodukt liefern, war auch die Förderung von Tantal in Australien stark betroffen. Nun aber erlebt die Lithiumbranche einen Aufschwung. Die kürzlich angekündigte Wiedereröffnung der Wodgina-Mine in Australien im Jahr 2022 ist ein Beispiel dafür.

Die steigende Lithiumgewinnung wird auch dazu führen, dass die Förderung von Tantalerz stark zunehmen wird. Neben Australien dürften die durch die Lithiumförderung bedingten Mengen an Tantal in Brasilien und Mosambik in den nächsten Jahren erheblich zunehmen. Die derzeitigen regionalen Versorgungsquoten von etwa 60 Prozent für Afrika insgesamt, 25 Prozent für Südamerika und 15 Prozent für den Rest der Welt (vor allem Australien und China) werden sich erheblich verändern.

Mit dem Zuwachs bei Lithium gewinnt die Tantalindustrie etwas anderes: Stabilität. Sofern nichts Unvorhergesehenes passiert, wird die Elektrifizierung der Fahrzeuge voranschreiten – und damit auch die Entwicklung der Lithiumindustrie. Damit dürfte sich die Versorgungslage bei Tantal künftig stabiler und berechenbarer erweisen und damit die starken Schwankungen der Vergangenheit hinter sich lassen. Ein verlässliches Angebot aus einem politisch stabilen Land wird die Nachfrage nach Tantal weiter ankurbeln, da die empfundenen Risiken in Bezug auf Verfügbarkeit und Preis des Metalls sowie Umweltschutz, soziale Belange und politische Führung mit der Zeit abnehmen werden.

Dank der Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien wird das verfügbare Angebot an Tantal in den kommenden Jahren stark zunehmen, während die Nachfrage ebenfalls nachhaltig steigen dürfte. Nach Ansicht von The Northern Miner wird das Angebot insgesamt wahrscheinlich größer sein als die Nachfrage. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass sich eine stabile und sichere Versorgung auf die künftige Nachfrage auswirkt und möglicherweise dazu führen könnte, dass die Nachfrage schneller wächst.

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