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Gefälschte Elektronikkomponenten: Ein dreistes Milliarden-Dollar-Business

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Fake-Produkte erkennen

Vorsicht bei Billigangeboten!

Wenn ein Geschäft zu gut klingt, um wahr zu sein, ist Vorsicht geboten. Das Umlabeln alter oder gebrauchter Produkte ist möglicherweise die am weitesten verbreitete Fälschungsmethode. Wenn Sie eine Komponente gekauft haben, bei der Sie sich nicht sicher sind, schauen sie genau hin:
1. Sind die Oberflächen vollkommen glatt? Wenn nicht: Kleine Kratzer können darauf hindeuten, dass originale Kennzeichnungen abgeschliffen wurden. Mit Aceton lassen sich zudem Markierungen entfernen, die mit Tinte aufgetragen wurden.
2. Stimmt das Logo mit dem auf der Hersteller-Website und anderen Teilen überein? Achten Sie auf den Font und die Tönung.
3. Überprüfen Sie den Herstellungsort – gibt es offiziell eine Fabrik für dieses Produkt in dem fraglichen Land?
4. Werden die Teilenummern aktuell verwendet? Stimmt das Datum?
5. Sind die Pins mit Lötzinn benetzt? Bestehen die Gehäuse aus dem erwarteten Material?
6. Gibt es Übersetzungs- oder Grammatikfehler in der zugehörigen Literatur oder Zertifizierung?
7. Funktioniert das Bauteil wie unter den Testbedingungen spezifiziert?

Sollten Sie nach wie vor unsicher sein:
8. Öffnen Sie das Gehäuse (z.B. durch Schneiden, Brechen, Ätzen), um den Wafer/Die direkt untersuchen zu können.
9. Untersuchen Sie das Bauteil mit einem Röntgenmikroskop, um die interne Struktur mit einem originalen Exemplar zu vergleichen.
10. Sie können per Röntgen-Fluoreszenz-Inspektion das Vorhandensein von RoHS-Material überprüfen – Produktpiraten übersehen dies oft.

Keine Frage: Die Fälscher werden immer raffinierter, und sie setzen immer fortschrittlichere und teurere Techniken ein. Mit der richtigen Technik kann man gegensteuern: Energiestreuende Röntgeninspektionen eignen sich dafür, die Grenze zwischen dem Bauteilgehäuse und aufgebrachtem („blacktopped“) Material aufzuspüren. Weitere geeignete Techniken sind thermische Analysen, Fourier-Transformation-Infrarotspektroskopie und die akustische Scan-Mikroskopie.
Letztlich zahlt sich auch die Zusammenarbeit mit einem vertrauenswürdigen Partner aus. Louis Feuchtbaum rät: »Wenn man bei einem autorisierten Distributor einkauft, sinkt die Gefahr deutlich, gefälschte Produkte zu erwerben.«