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Fraunhofer IEM: MID-Technologie bringt Freiheit beim Elektronikdesign

Warum elektronische Schaltungen nicht platzsparend auf angepasste dreidimensionale Kunststoffbauteile, statt auf designbeschränkende Platinen platzieren? Das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik (IEM) stellt seine Umsetzung der Technologie vor.

MID-Labor Bildquelle: © Fraunhofer IEM

In seinem MID-Labor bildet das Fraunhofer IEM die gesamte Prozesskette der MID-Herstellung ab (Hier wird ein MID-Bauteil bestückt).

Die MID (Molded Interconnect Device) Technologie erlaubt die Integration von Leiterbahnen auf beliebig geformte Bauteile, wodurch Designer eine höhere Gestaltungsfreiheit, geringeren Materialbedarf und Platzbedarf sowie leichtere Systeme erreichen. Bauteile können vorab per 3D-Druck flexibel und in kleiner Stückzahl gefertigt werden. »Mit der Technologie MID können wir technische Systeme ganz neu denken. Im Wettlauf um die innovativsten Produkte mit gleichzeitig bestem Design ist sie ein wichtiger Baustein«, so Dr.-Ing. Christoph Jürgenhake (Gruppenleiter am Fraunhofer IEM).

Das Fraunhofer IEM stellt die platz- und ressourcensparende Technologie vom 7. bis 9. November 2018 auf der FMB – Zuliefermesse Maschinenbau in Bad Salzuflen vor (it's OWL Gemeinschaftsstand A27, Halle 21). Hier stellen die Fraunhofer-Wissenschaftler die verschiedenen MID-Herstellungsmethoden für Kleinst- und Großserien, z.B. die Laserdirektstrukturierung (LDS) vor. Hierbei entsteht durch Laser-Behandlung und Metallisierung aus einem Kunststoff-Bauteil ein Schaltungsträger. Potenzial bietet die Technologie etwa für die Nachrüstung älterer technischer Systeme und Bauteile mit Sensoren. In Kombination mit 3D-Druck ist schnelles flexibles Prototyping von Produkten möglich.

Am Standort Paderborn betreibt das Fraunhofer IEM ein vollausgestattetes Labor für die Konzeption, Entwicklung und Qualifizierung von MID-Prototypen in Kombination mit 3D-Druck. »Wir legen Wert darauf, die Technologie MID in den übergeordneten Entwicklungsprozess einzuordnen. Dafür arbeiten wir mit Methoden des Systems Engineering, die uns einen ganzheitlichen Blick auf das jeweilige Projekt ermöglichen«, so Thomas Mager (Wissenschaftler am Fraunhofer IEM). Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Ideen und Produktkonzepte mit methodischer Unterstützung der Forscher umzusetzen – von der Designphase über funktionale Prototypen bis hin zur Kleinstserie.