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Display-Trends 2019: Professionelle Displays, Kapazitätsausbau und Preisdruck

Zumindest mittelfristig werden LCDs weiterhin die Technologie der Wahl für viele professionelle Anwendungen sein, so Dr. Karlheinz Blankenbach, Professor an der Hochschule Pforzheim und Vorsitzender des Deutschen Flachdisplay-Forums. Im Ausblick berichtet er über kommende Display-Trends.

Hochschule Pforzheim, Prof. Blankenbach.jpg Bildquelle: © Hochschule Pforzheim

Dr. Karlheinz Blankenbach, Hochschule Pforzheim: »Das Zentrum professioneller Display-Systeme wird sich zunehmend in Richtung Deutschland verschieben, nicht zuletzt getrieben durch eine starke und innovative Automobil-Industrie und eine wachsende Embedded-Branche.«

Mit Apples iPhone X und dem Preisverfall bei OLED-TVs stand der CE-Bereich 2018 ganz im Zeichen der OLEDs. Zum erfolgreichen Sprung in professionelle Märkte haben die AM-OLEDs allerdings nicht angesetzt. Positiver sieht es im Bereich der Automotive-OLEDs aus: So kündigte Audi für seinen e-tron OLED-Rückspiegel-Displays an und auch ein weiterer großer OEM wird in diesem Jahr wohl OLEDs in die Serie einführen. Für den industriellen Einsatz mit langlebigen Anzeigesystemen werden OLEDs nach wie vor wenig Sinn machen: Die erhältlichen Größen beschränken sich auf den Smartphone-, Tablet- oder TV-Markt und ferner ist kein Professional-Grade-Lieferant in Sicht.

Bei LCDs ist die Fortführung der bisherigen Trends – bessere Performance, einfachere Customization und höhere Verfügbarkeit bei sinkenden Preisen – sehr wahrscheinlich. Technologisch werden erste professionelle Produkte mit lokal dimmbaren Backlight auf den Markt kommen, deren Vorteil in OLED-ähnlichem Kontrast bei gleichzeitig geringerer Stromaufnahme liegt. Somit werden LCDs mindestens noch mittelfristig die Technologie der Wahl für sehr viele professionelle Anwendungen bilden. Langsam aber stetig erhöht sich der Anteil professioneller Anwendungen mit reflektierenden und somit sowohl stromsparenden als auch im Sonnenlicht ablesbaren E-Paper-Displays. Dies beschränkt sich allerdings im Wesentlichen auf Diagonalen bis ca. 3“.

Großformatige Signage-Displays werden 2019 wohl nur prototypisch gezeigt. Die beiden neuen Displaytechnologien „Quantum Dot-„ und „Micro-LED“ haben 2018 recht große technologische Fortschritte in Richtung Serienanwendungen gemacht, eine Massenproduktion wird aber in 2019 nicht stattfinden. Einen großen Schritt werden LED-Displays für Signage-Anwendungen machen: Die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit bei gesunkenen Preisen von 1-mm-Pixelpitch-Anzeigen ermöglicht schon bei 2 m Breite eine FHD-Auflösung – also ideal für Schaufenster und In-Shop-Displays. Hiervon profitieren Vortragsräume und zukünftig auch Kinos. Samsung promoted etwa „The Wall“, ein modularer 146“-TV, der große Aufmerksamkeit bei der CES 2018 erzielte, als „bald verfügbar“ auf der Website.

Wachsender Druck auf LCD-Hersteller

Display-Fabs benötigen Jahre von der Planung bis zur Massenproduktion. 2019 wird der massive Kapazitätsaufbau von Produktionsstätten für GEN-10-LCDs im Markt ankommen. Die Kapazität jeder neuen GEN-10-Fab beträgt etwa 3 % des gegenwärtigen Liefervolumens. Das führt zu einem enormen Druck auf LCD-Hersteller mit kleineren Substratgrößen, denn der Markterfahrung nach kann auf größeren Substraten kostengünstiger produziert werden. Als Beispiel sollen hier GEN-8-Fabs dienen, die bisher im Wesentlichen nur TV-Panels produziert haben. Ein GEN-8-Substrat kann quasi im Sekundentakt mehr als 500 Smartphone-Panels produzieren. Ebenso lassen sich 10“ bis 30“ große Monitor-Displays günstiger produzieren als auf heutigen GEN-7-Linien.