Coronabedingter Produktionsrückgang

Bayern trifft es hart

07. Oktober 2020, 09:17 Uhr   |  Karin Zühlke

Bayern trifft es hart
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vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Über die Hälfte der Unternehmen leidet aktuell noch unter größeren Einschränkungen in der Produktion, jedes zweite davon ist sogar stark oder sehr stark betroffen.“

Lediglich 17,9 Prozent der Betriebe der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie erwarten, Ende 2020 bereits wieder das Vorkrisenniveau in der Produktion erreicht zu haben.

Ein gutes Viertel rechnet zwischen Mitte und Ende 2021 damit, für 54,1 Prozent ist eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau derzeit noch nicht absehbar. „Über die Hälfte der Unternehmen leidet aktuell noch unter größeren Einschränkungen in der Produktion, jedes zweite davon ist sogar stark oder sehr stark betroffen“, kommentiert bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die aktuelle Umfrage der bayerischen M+E-Arbeitgeberverbände unter ihren Mitgliedsunternehmen und ergänzt: „Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht ausgestanden. Die Belastungen für die Wirtschaft sind enorm und die Perspektiven verhalten, wenn auch eine leichte Erholung eingesetzt hat.“

So ist die Kapazitätsauslastung von 64 Prozent im Juli auf 77 Prozent im Oktober gestiegen. „Eine erfreuliche Entwicklung, in der sich aber auch Nachholeffekte zeigen“, erklärt Brossardt. Laut Umfrage erwarten weiterhin rund zwei Drittel der Unternehmen einen Umsatzrückgang im Jahr 2020. Im Mittel liegt dieser bei 23 Prozent. „Das sind dramatische Zahlen. Der entgangene Gewinn fehlt schmerzlich bei Investitionen in die Zukunft. Wir müssen aufpassen, dass wir international nicht abgehängt werden. Politik und Tarifpartner sind nun gefragt, keine weiteren Belastungen, sondern Entlastungen für die Unternehmen zu schaffen“, so Brossardt.

Die Unternehmen versuchen trotz der Krise die Beschäftigung zu sichern und nutzen dafür weiterhin in großem Umfang die Kurzarbeit. „53,9 Prozent der bayerischen M+E Unternehmen arbeiten aktuell kurz. In diesen Unternehmen sind rund 45 Prozent der Mitarbeiter betroffen. Das Instrument der Kurzarbeit verhindert einen größeren Beschäftigungsabbau und die Verlängerung bis Ende 2021 war die richtige Entscheidung“, kommentiert Brossardt. Laut Umfrage müssen 30,6 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl bis Ende 2020 reduzieren. 9,3 Prozent der Betriebe sehen sich dazu gezwungen, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen. Auch im Verlauf des Jahres 2021 plant noch jedes vierte Unternehmen Beschäftigung zu verringern. „Mit Blick auf die bevorstehende Tarifrunde hoffen wir auf eine der Lage angemessene Forderung unseres Tarifpartners. Alles andere würde den Ernst der Situation verkennen“, so Brossardt.

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