Touchscreen-Technologie zForce

Infrarot-Touchscreen neu entdeckt

11. Dezember 2019, 13:00 Uhr   |  Von Rudolf Sosnowsky, Leiter Technik bei Hy-Line Computer Components


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Systemintegration

Bei Infrarot-Touchscreens ist der Sensor mit dem Gehäuse verbunden, aber nicht zwangsläufig mit dem Display verklebt. Die Displayoberfläche liegt hinter Frontplatte, Touchsensor und Schutzglas weit innen im Gerät. Um den gesamten Displayinhalt einzusehen, muss der Benutzer geradlinig vor dem Gerät stehen. Für die Integration des z-Force-Sensors gibt es mehrere Möglichkeiten. So lässt er sich entweder bündig mit dem Gehäuse oder außen auf dem Gehäuse montieren. Ablagerungen oberhalb des Displays, wie Staub und Wasser, beeinträchtigen die Funktion nicht, das Display rückt näher nach vorne im Gerät.

Applikationen

Die zForce-Technologie eignet sich hervorragend für den Einsatz in rauen Umgebungen im Innen- und Außenbereich, wo andere Touchprinzipien versagen, oder um existierende Systeme nachzurüsten. Durch den weiten Temperaturbereich ist der Einsatz in industrieller Umgebung problemlos möglich. Die Bedienung ist mit jedem lichtreflektierenden Gegenstand möglich, also auch mit Schutzhandschuhen, Kreditkarten und Stiften. Selbst mit nassen oder schmutzigen Händen oder langen Fingernägeln ist eine Bedienung möglich. Weil der Touchsensor außerhalb des Displays montiert wird, lässt sich das Display ohne Rücksicht auf den Touchscreen vor den Umgebungsbedingungen schützen. Gegenüber eingestrahlten elektromagnetischen Störungen ist der Touchsensor unempfindlich, was einen Einsatz in Nutzfahrzeugen, landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen mit großen elektrischen Antrieben ermöglicht.

Hy-Line Computer Components
© Hy-Line Computer Components

Querschnitt durch ein Infrarot-Touchscreen-System

Hy-Line Computer Components
© Hy-Line Computer Components

Querschnitt durch ein zForce-Touchscreen-System

Das Funktionsprinzip erlaubt, die Displayoberfläche mit einer Abschirmung gegen Abhören zu versehen oder in einer empfindlichen Umgebung nicht durch Strahlungen zu stören. Natürlich funktioniert der Schutz auch nach innen, denn die Displayöffnung als Einfallstor für elektrische Störsignale kann abgedichtet werden. Als „Smart Sensor“, zum Beispiel an einer Arbeitsplatte aus Holz oder Stein, kommt der Sensor auch ohne Display aus. Die Kosten skalieren gut mit der Größe des Bildschirms, weil im Gegensatz zum IR-Touchscreen nur eine Dimension abgedeckt werden muss. Sogar das ist kein Muss: Mit einem selektiven Touchbereich ist es etwa möglich, das On-Screen-Menü eines Großbildschirms in einer unteren Ecke zu bedienen, ohne dass der Touchsensor die gesamte Breite des Bildschirms abdecken muss.

Andere Einsatzgebiete

Je nach Orientierung des Lasers lässt sich zForce als Touchscreen, Lichtschranke oder Näherungssensor einsetzen. Mit um 90° gedrehter Ausrichtung dient der Sensor als eindimensionale Bedienoberfläche. Im Gegensatz zu herkömmlichen Näherungssensoren, die die Signalstärke als Indikator für die Position eines Objekts auswerten, bestimmen hier die Kombination von Sender- und Empfänger-Signal die Position eines Objekts.

Neonode
© Neonode

Sensor-Modul, rechts Öffnung für Sender und Empfänger

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