Automatische Displaydesinfektion

Mit Plasma-Bod gegen Viren

08. Dezember 2020, 09:34 Uhr   |  Von Klaus Wammes, Geschäftsführer von Wammes & Partner

Mit Plasma-Bod gegen Viren
© littlewolf1989/adobestock

Vor allem gemeinsam genutzte Displays, etwa im Einzelhandel oder bei Ticketautomaten, müssen nach jeder Benutzung desinfiziert werden, um die Verbreitung von Keimen, Pilzen und Viren zu reduzieren.

Oberflächen vor jedem neuen Benutzer desinfizieren - rückstandslos und voll automatisch: Eine auf Atmosphären-Plasma basierende Technologie macht's möglich.

Die Desinfektion von häufig genutzten Flächen wird immer wichtiger. Umso schöner ist es, dass eine automatische, chemikalienfreie Desinfektion von Displays keine Zukunftsvision mehr ist. Im Gegenteil: Sie ist sogar mobil umsetzbar. Möglich wird das durch auf Plasma basierende Desinfektion mithilfe der sogenannten Plasma-Bod-Technologie. Dadurch lassen sich beispielsweise auch mobile Kleingeräte zur Desinfizierung aufbauen. Denkbar sind ebenfalls vollautomatisierte Vorrichtungen an Displays. Denn bei der Integration dieser Technologie in Kleingeräte oder andere Konzepte sind Herstellern praktisch keine Grenzen gesetzt. So erlaubt es Plasma-Bod, präzise regelbare Atmosphären-Plasma-Generatoren in unterschiedliche Applikationen wie Händetrockner, Saugroboter, Klimaanlagen oder mobiler Kleingeräte zu integrieren und deren Einsatz aufgelöst nach Fläche, Intensität und Häufigkeit letztendlich per Software zu initiieren und zu kontrollieren.

Warum Plasma als Desinfektionsmittel?

Plasma ist per se weder Material noch Technologie. Plasma ist ein Materiezustand – neben flüssig, fest und gasförmig der vierte Aggregatszustand. Dieser kommt auf der Erde zwar von sich aus selten vor, aber prinzipiell lässt sich jede Materie in diesen Zustand überführen, um neue und meist bisher unbekannte Materieeigenschaften zu nutzen. Mit entscheidenden Vorteilen, auch aus Sicht der Desinfektion: Wird beispielsweise Umgebungsluft in den plasmatischen Zustand versetzt, entstehen exakt einstellbare Mengen kurzzeitstabiler, hochenergetischer Mikro- und Nano-Partikel, die für kleine und kleinste Viren und Bakterien biozid sind, ohne dass irgendetwas anderes als zusätzliche (elektrische) Energie benötigt wird.Diese Wirkungsweise lässt sich am Schneemann-Prinzip sehr leicht erklären: Das Wasser des Schneemanns ist zunächst gefroren (Aggregatszustand fest). Durch Hinzugabe von Energie schmilzt der Schneemann zu einer Pfütze (Aggregatszustand flüssig). Wird dem Wasser die Energie wieder entzogen, friert es wieder, ohne dass Material verloren geht oder hinzukommt. Gleichzeitig hat der Schneemann seine ursprüngliche Erscheinungsform verloren.

Plasma in einer Plasmalampe
© magann/Stock.adobe.com

Dieses Prinzip gilt auch für alle anderen Aggregatszustände, also auch für Plasma: Materie wird so viel Energie zugefügt, dass sie sich in den nächsthöheren Aggregatszustand verändert – technisch nennt sich der Vorgang vom gasförmigen Zustand nach Plasma „Dissoziation“. Wenn diese zusätzliche Energie wieder genommen wird – also von Plasma nach gasförmig – wird dabei möglichst viel Energie wieder abgegeben. Durch diesen Rekombination genannten Vorgang lässt sich ein möglichst energiearmer (das heißt möglichst stabiler) Zustand erreichen. Bei einer solchen Rekombination ist es aber nicht möglich, auch höhere Strukturen (siehe Schneemann) wieder herzustellen.

Für die Desinfektion heißt das, dass kleine und kleinste organische Strukturen dissoziiert – also in atomare und molekulare Bestandteile aufgelöst –, aber bei der Rekombination nicht wieder erzeugt werden. So funktioniert das Prinzip der Desinfektion und ist damit auch für neue respektive unbekannte und mutierte Viren oder Bakterien effizient einsetzbar.

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2. Eine Technologie, viele Anwendungen

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