Werkseröffnung in Xiamen

Recom auf dem Weg zum Broadliner

24. Mai 2018, 12:17 Uhr   |  Engelbert Hopf

Recom auf dem Weg zum Broadliner
© Recom

Noch in diesem Jahr wird Recom am neuen Fertigungsstandort Xiamen rund 450.000 AC/DC-Module fertigen. In Zukunft werden es rund 3 Millionen sein.

Bis zu 3 Millionen AC/DC-Module für die Leiterplattenmontage will Recom in Zukunft in seinem neu eröffneten Werk in Xiamen, China, produzieren.

Im ersten Schritt wird das Unternehmen zusammen mit seinem chinesischen Joint-Venture-Partner in diesem Jahr rund 450.000 AC/DC-Module produzieren. Gefertigt werden vorerst AC/DC-Module im Leistungsbereich von 1 bis 100 W. »Besonders stolz sind wir darauf, dass es uns im Rahmen der Zusammenarbeit bereits gelungen ist, den kleinsten voll Vakuum vergossenen 5-W-Wandler im 1-Zoll×1-Zoll-Gehäuse zu entwickeln und zu produzieren«, so Recom-CEO Karsten Bier. »Die neue Fertigung bietet uns die Möglichkeit, in diesem Produktbereich nicht nur technologisch führend zu sein, sondern die Produkte auch zu einem absolut wettbewerbsfähigen Preis in den Markt bringen zu können.«

Recom hat vor zehn Jahren mit der Entwicklung hoch integrierter AC/DC-Module (z.B. inklusive Filter) für die Leiterplattenmontage begonnen. Heute zählt das Unternehmen zwar nach eigener Aussage zu den Top 3 Herstellern in diesem Bereich, der Umsatzbeitrag der AC/DC-Module gegenüber den DC/DC-Modulen war bislang aber verhältnismäßig gering. »Unser Ziel ist es nun, durch den neuen Fertigungsstandort den Umsatzbeitrag der AC/DC-Module bis 2020 auf mehr als 40 Prozent zu erhöhen«, erläutert Bier.

Mittelfristig könnte sich das Verhältnis zwischen AC/DC- und DC/DC-Modulen bei Recom sogar umkehren. Bis 2025 hält Bier eine Umsatzverteilung zwischen AC/DC- und DC/DC-Modulen von 2:1 für möglich. »Aktuell sieht es so aus, dass auf zehn DC/DC-Projekte zwei AC/DC-Projekte kommen, Tendenz steigend«, beschreibt er die aktuellen Bewegungen am Markt.

Aus Kostengründen, so der Recom-CEO, sei es nicht möglich gewesen, die AC/DC-Module in Großserie in Kaohsiung in Taiwan zu fertigen. Dort produziert Recom bereits seine DC/DC-Module. »Hier in Xiamen beschäftigen wir über das Joint-Venture derzeit etwa 40 Mitarbeiter. Wir haben hier aber auch flexibel Zugriff auf die weiteren 400 Mitarbeiter am Standort«, so Bier. «Entscheidend für uns ist hier, dass wir die gesamte existierende Infrastruktur des Joint-Venture-Partners nutzen können. Durch dieses intelligente, flexible System haben wir die Kosten sehr gut unter Kontrolle.«

Recom wird also in Zukunft DC/DC-Wandler-Module in Taiwan fertigen und AC/DC-Module ausschließlich in Xiamen. »Neben unseren Entwicklungszentren in Gmunden und Wien«, erläutert Bier die Speed-Boot-Strategie seines Unternehmens, »verfügen wir nun über zwei hochmoderne Produktionsstätten in Asien mit jeweils ganz klarem Produktfokus.«

Doch AC/DC- und DC/DC-Module sind noch nicht genug. Recom wird nach den Worten seines CEO in Zukunft auch auf dem Markt der kundenspezifischen Stromversorgungen einsteigen. Zum Jahresbeginn 2018 hat Recom in Wien ein 15-köpfiges Entwicklerteam übernommen, das zuvor für Artesyn-Technologies tätig war. »Wir nutzen diesen Wissens- und Erfahrungspool, um in Zukunft verstärkt auch in die Entwicklung und Fertigung kundenspezifischer Produkte im Leistungsbereich bis 1000 W einzusteigen«, versichert Bier. »Mittelfristig wollen wir uns damit zu einem wirklichen Broadliner entwickeln.«

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

RECOM Electronic GmbH, RECOM Power GmbH