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Mehr als nur Licht: Intelligente Straßenlaternen machen die City smart

Sie können E-Autos laden, bei der Parkplatzsuche helfen, und als 5G-Basisstationen dienen. Der Markt läuft an, Energiekonzerne setzen bereits darauf.

Heinz Syrzisko, IMST: »Wir vernetzen Straßenlaternen mit Hilfe von LoRa-Funkverbindungen, das ist ein Sektor, der jetzt auch in Deutschland stark wächst.« Bildquelle: © WEKA Fachmedien

Heinz Syrzisko, IMST: »Mit Hilfe unserer LoRa-Module lassen sich Straßenlaternen vernetzen, das ist ein Sektor, der jetzt auch in Deutschland stark wächst.«

Vernetzte Straßenlaternen kommen: »Wir vernetzen Straßenlaternen mit Hilfe von LoRa-Funkverbindungen, das ist ein Sektor, der jetzt auch in Deutschland stark wächst«, sagte kürzlich Heinz Syrzisko, Head of Department Wireless Solutions von IMST, auf der embedded world gegenüber Markt&Technik. »Daran merken wir, dass LoRa jetzt in Deutschland angekommen ist.« In Frankreich wäre bereits ein großer Markt dafür entstanden. So hätte allein die französische Firma Fonroche Lighting, die Solarleuchten und die entsprechenden Batterien für Straßen und Parkplätze entwickelt, hat im vergangenen Jahr 80.000 Funkmodule gekauft.

Die Energiekonzerne setzen jetzt ebenfalls auf die rund neun Millionen Straßenlaternen in Deutschland, die viel mehr können als nur in der Dunkelheit Licht zu spenden. Sie könnten zur Zapfsäule für Elektroautos werden, bei der Parkplatzsuche helfen, Zugang zum Internet bieten, Luftschadstoffe messen und mit Notruf-Knöpfen und Info-Bildschirmen bestückt werden. Auch als Basisstationen für das neue 5G-Mobilfunknetz sind die Lichtmasten im Gespräch. Vielerorts laufen Versuche, sie zum Rückgrat der digitalen Stadt zu machen.

Energie- und Telekommunikationskonzerne sowie LPWAN-Anbieter (Low Power Wide Area Networks) versprechen sich neue Geschäftsfelder – sowohl mit völlig neu konstruierten Laternen als auch mit der Aufrüstung vorhandener Lampen. »Wir glauben, dass die schon vorhandene Infrastruktur nicht beliebig vervielfacht werden kann«, sagt Bernhard Lüschper, der bei der RWE-Tochter Innogy die Smart Pole Factory leitet. Smart Pole – so nennt der Essener Konzern seine Multifunktionsleuchte.

Weil es Laternen praktisch überall gebe – an Straßen, öffentlichen Plätzen und auf Parkplätzen – sei es sinnvoll, das dichte Netz der Straßenbeleuchtung auch für andere Zwecke zu nutzen. Innogy selbst besitzt oder betreibt rund eine Million Straßenleuchten in Deutschland. In Bochum rüstet der Konzern in einem Innenstadtviertel Laternen unter anderem mit W-Lan und Sensoren auf, die freie Parkplätze am Gehweg melden sollen. Der Vorteil: nennenswerte Bauarbeiten seien dafür nicht erforderlich, so Lüschper.

Der oben am Laternenmast installierte Sensor hat etwa 30 Parkplätze am Straßenrand im Blick und kann feststellen, ob sie belegt oder frei sind und die Daten an Parkleitsysteme weitergeben. »Rund ein Drittel aller innerstädtischen Staus entsteht bei der Parkplatzsuche«, sagt Lüschper. Smarte Straßenlaternen seien ein Mittel, um zumindest einen Teil davon erst gar nicht entstehen zu lassen.