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Die Osram-Übernahme: Heuschrecken oder Weiße Ritter?

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Motiv eines Finanzinvestors ist immer...

...die Wertsteigerung, auch die beiden US-Häuser bilden da keine Ausnahme. Doch beide Fonds pflegen ihre Beteiligungen mittelfristig zu halten, Berlien spricht von durchschnittlich fünf bis sieben Jahren. «Die Patente und Technologien bleiben bei uns», betonte der Manager.

Berlien betont, dass die zwei US-Unternehmen die Übernahme großenteils mit eigenem Geld finanzieren wollen und nicht auf Kredit: 2,6 Milliarden Euro steuerten Bain Capital und Carlyle selbst bei.

Damit handelt es sich nach den Worten des Osram-Chefs nicht um einen «klassischen leveraged buyout» - einen Unternehmenskauf auf Pump. Das ist die Praxis, die Übernahmen durch Finanzinvestoren in Verruf gebracht hat. Denn manche Fonds halsen den gekaperten Unternehmen anschließend ihre Schulden auf und versuchen, mit scharfen Renditevorgaben oder dem Verkauf in Einzelteilen ihren Schnitt zu machen. Bain Capital und Carlyle haben zugesichert, die Standorte zu erhalten und die Rechte der Arbeitnehmer zu respektieren.

Die Gewerkschaft IG Metall legt dementsprechend keinen Protest ein: «Daher wenden wir uns nicht gegen eine Übernahme durch die Finanzinvestoren und erwarten von ihnen und dem Vorstand, dass sie die getroffenen Verabredungen für einen Zukunftsdialog zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der Arbeitsplätze einhalten», sagte Klaus Abel, Beauftragter für Osram und Aufsichtsratsvize.

Bis Anfang September haben die Aktionäre nun Zeit, das 3,4-Milliarden-Angebot anzunehmen. Doch klar ist: Eine dauerhafte Langfristlösung für Osram ist die Übernahme nicht. Läuft alles gut, wird Osram in ein paar Jahren besser dastehen als heute. Doch die Mitarbeiter werden wieder bangen müssen, wem Osram in Zukunft gehören wird.