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Effiziente Außenbeleuchtung: Nächtliche Lichtverschmutzung reduzieren

„Lichtverschmutzung“ macht die Nacht immer heller. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN), das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und die Uni Münster haben einen Leitfaden für Kommunen zum „lichtverschmutzungs-vermeidenden“ Um- und Neubau ihrer Außenbeleuchtung erstellt.

Lichtverschmutzung Bildquelle: © Andreas Hänel

"Full-Cut-Off-Leuchten" strahlen das Licht nur in Richtung Boden ab

Um 2 bis 6 Prozent soll die Nacht durch künstliche Beleuchtung jährlich weltweit heller werden. Für Kommunen, die die Lichtverschmutzung minimieren oder gleich verhindern wollen, haben das BfN, das IGB und die Uni Münster einen Leitfaden mit praktisch erprobten Handlungsempfehlungen erstellt.

„Etwa 30 Prozent der Wirbeltiere und sogar über 60 Prozent der Wirbellosen sind nachtaktiv und können durch künstliches Licht in der Nacht beeinträchtigt werden. Der Schutz der Nacht muss daher stärker als bisher als eine grundlegende Aufgabe des Natur- und Landschaftsschutzes begriffen werden“, sagt Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des BfN.“

„Eine gute Beleuchtung ist effizient und senkt den Stromverbrauch, erhöht gleichzeitig die Sichtbarkeit und Sicherheit. Sie ist ästhetisch und begrenzt Umweltbelastungen auf ein Mindestmaß. Viele der im Handlungsleitfaden vorgestellten Maßnahmen sind zudem einfach und kostengünstig umsetzbar“, so fasst der IGB-Forscher und Studienleiter Dr. Franz Hölker die Anforderungen zusammen. Das Team von Franz Hölker ist in Deutschland und international federführend in der Erforschung der sogenannten Lichtverschmutzung.

Die Erstautorin Dr. Sibylle Schroer vom IGB erklärt: „Kommunen sollten Leuchten verwenden, welche kein Licht nach oben abstrahlen. Die Beleuchtungsstärke sollte möglichst niedrig sein und kaltweißes Licht mit einem hohen Blaulichtanteil vermieden werden. Denn die innere Uhr, das sogenannte zirkadiane System, von höheren Wirbeltieren und Menschen reagiert auf blaues Licht besonders empfindlich. Die Verwendung von warmweißem Licht kann die negativen Auswirkungen auf viele Organismen abmildern und wird von Menschen oft als angenehmer wahrgenommen.“

Der Leitfaden ist online kostenlos erhältlich.