Lingg + Janke

Gewerkeübergreifendes Energiemanagement

08. Juni 2021, 07:53 Uhr   |  Heinz Arnold

Gewerkeübergreifendes Energiemanagement
© Lingg + Jankel

Klaus Ott, Produktverantwortlicher Smart Meter von Lingg + Janke: »Jetzt schiebt sich das Energiemanagement eindeutig in den Vordergrund. Auf die Projekte, die aus diesem Umfeld kommen werden, freuen wir uns heute schon.«

Das Energiemanagement schiebt sich jetzt in den Vordergrund, wie Klaus Ott von Lingg + Janke beobachtet. Das Unternehmen bietet KNX-fähige Smart-Meter-Produkte für Strom, Gas, Wasser, Wärme und Kälte.

KNX ist für Klaus Ott, Produktverantwortlicher Smart Meter von Lingg + Janke, kein wirklich neues Thema mehr. Die Smart-Meter-Produkte decken heute ein breites Anwendungsspektrum ab, von Smart Meter für die Messung von Strom über Gas, Wasser bis zu Wärme und Kälte. Schon 2006 hat Lingg + Janke die ersten Zähler für Strom KNX-fähig gemacht, dann kamen Wärme- und Wasserzähler und 2008 die ersten Gaszähler hinzu. »Wir haben also schon über etliche Jahre einen reichen Erfahrungsschatz sammeln können«, freut sich Klaus Ott. »Jetzt schiebt sich das Energiemanagement eindeutig in den Vordergrund. Auf die Projekte, die aus diesem Umfeld kommen werden, freuen wir uns heute schon.«

Was benötigt nun ein smartes Energiemanagement? Zunächst einmal Sensoren, die die jeweiligen Werte als Gruppenadressen direkt auf den KNX-Bus sendet. »Bei uns geschieht das ohne Umwege, ohne Gateway, ohne fremde Administration«, erklärt Ott.

Beispiele für Zähler, wie sie von den Netzbetreibern im klassischen Netzbetrieb montiert werden.
© Lingg + Janke

Beispiele für Zähler, wie sie von den Netzbetreibern im klassischen Netzbetrieb montiert werden. Sie verfügen alle über optische Schnittstellen. Lingg + Janke hat einen optischen Kopf entwickelt, um die Push-Nachrichten der Zähler zu empfangen und auf den KNX-Bus zu bringen.

Bei den Stromzählern, die die Netzbetreiber heute in Neuanlagen oder bei Zählerwechsel montieren, handelt es sich um die Typen EHZ, 3HZ oder Basiszähler verschiedener Hersteller. Wie kommen nun die Werte aus diesen Zählern auf den KNX-Bus? Die genannten Zähler besitzen alle eine optische Schnittstelle – auch D0-Schnitzstelle genannt. Jeder Anwender bekommt von seinem Netzbetreiber auf Anfrage eine PIN zur Freischaltung der Leistungswerte bzw. den erweiterten Datensatz. Für diese optische Schnittstelle hat Lingg + Janke eine KNX-Anbindung mit optischem Kopf im Programm. »Über den optischen Kopf können wir die Push-Nachrichten, die der Zähler sendet, empfangen«, erklärt Ott. »Damit bekommen wir automatisch die Werte, die der Zähler sendet, auf den KNX-Bus geliefert.« Unabhängig davon, ob es sich um Zähler von beispielsweise EMH, Iskra, Hager, EBZ, Easymeter oder Industriezähler von Apato handelt. Das ist der klassische Weg, um von den Versorgerzähler die Energiewerte für das smarte Energiemanagement zu bekommen.


Jetzt zu den Wärmemengenzählern. Auch sie besitzen entweder eine im Gehäuse des Zählers liegende KNX-Schnittstelle oder eine externe Schnittstelle. Es gibt aber auch Fälle, wo man über die klassischen Reiheneinbauzähler die Werte nicht erfassen kann, die benötigt werden. So werden die klassischen Daten, die der Wärmemengenzähler erfasst, wie die Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur und Durchfluss, die für die Berechnung des Energieverbrauchs benutzt werden. Diese Werte werden auf dem KNX übertragen, und zwar direkt, also ohne Gateway.

Auch die Wasserzähler besitzen entweder eine innenliegende oder eine externe Schnittstelle. Auch hier werden die Werte, die der Zähler erfasst und eins zu eins auf den KNX übertragen.

Der optische Kopf liest die Daten des Zählers aus und überträgt sie auf den KNX-Bus, wie die rot leuchtende LED links oben anzeigt.
© Lingg + Janke

Der optische Kopf liest die Daten des Zählers aus und überträgt sie auf den KNX-Bus, wie die rot leuchtende LED links oben anzeigt.

Zum Schluss gibt es noch die Gaszähler. Hier gibt es zwei große Hersteller, die den Markt beherrschen, und für deren Zähler Lingg + Janke KNX-Schnittstellen bereit stellt, die direkt an das Encoder-Zählwerk adaptieren, um den Zählerstand in Kubikmetern oder Litern zu übertragen. Auch hier gehen die Werte ohne Umwege direkt auf den KNX-Bus, damit das smarte Energiemanagement direkt umgesetzt werden kann.  

Was bei allen Entwicklungen von Lingg + Janke eine große Rolle spielt: »Wir wollen es den Anwendern möglichst einfach machen und bieten komplette- Plug-and-Play-Systeme an«, erklärt Ott. Deshalb besitzen alle Produkte in diesem Bereich Dreh-Codierschalter. Sie sitzen auf den Platinen in den Geräten. Der Anwender kann das Programmiersystem KNX Quick benutzen, um die vorkonfektionierte Gruppenadressen, die von Lingg + Janke für die jeweilige Anlage definiert wurden, ganz einfach ohne Programmierung einzudrehen. Dann muss er nur noch die Programmiertaste drücken und schon sendet der Zähler automatisch seine Werte.

Die Drehräder erlauben es also auf einfache Weise, Gruppenadressen einzugeben, was die einfache Anbindung an KNX und die einfache Inbetriebnahme der Geräte erlaubt. Kleine Zähleranlagen bis 135 Zähler können so auf einfache Weise in Betrieb genommen werden, um auch gewerkeübergreifend Energiemanagement realisieren zu können. Die Visualisierungen können ganz einfach die vordefinierten Gruppenadresse übernehmen, damit ist der Installationsaufwand sehr gering – eben Plug and Play. Das kann später in ETS eingelesen und mit allen KNX-Produkten verbunden werden. Übrigens: In alle Zähler hat Lingg + Janke eine KNX-Platine eingebaut und diese Zähler unterliegen dem Eichrecht. Damit sind wir auch Eichkonform, das heißt die MID-zugelassenen Zähler können zur Abrechnung herangezogen werden.

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