Smart Home

Mehr Vernetzung = neue Optionen

8. April 2021, 17:12 Uhr | Dr. Martin Weimer, Institut für Innovation und Technik (iit) bei VDI/VDE Innovation + Technik

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Smart-Home-Technologie bietet Unterstützung im hohen Alter

Das Projekt SUITE – ebenfalls Teil von »Smarte Datenwirtschaft« – baut auf die Erkenntnisse von SENSE auf. SUITE (Bild 2) erprobt innovative Technologien, um ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter zu ermöglichen. Zwar gibt es bereits intelligente Assistenzsysteme, die ältere Menschen im Alltag unterstützen, doch erneut mangelt es an der Interoperabilität und an einem einheitlichen Konzept zwischen einer Vielzahl an Anbietern, Systemen und Geräten. Dieses Problem löst SUITE durch die Entwicklung eines Dienstes, der die Daten aller Geräte registriert und analysiert.

Vonovia SUITE
Bild 2: Darstellung des Projekts SUITE. Hier sollen innovative Technologien entwickelt werden, die ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter ermöglichen.
© Vonovia

Im Zentrum stehen dabei die elektrischen Verbraucher und damit Smart Metering und die Fragen: Was ist der Normalzustand und was ist eine Auffälligkeit im Haushalt? Ist eine Meldung sowie ein Eingreifen nötig? Ein Beispiel hierfür ist die Analyse der Lichtnutzung: Schaltet ein Mieter oder eine Mieterin auf dem Weg vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer das Licht im Flur an, aber dann nicht das Licht im Wohnzimmer, schlussfolgert das System: Der Person könnte im Flur etwas zugestoßen sein – und fragt nach dem Wohlbefinden. Gibt es keine Rückmeldung oder eine Bitte um Hilfe, verständigt das System die Kontaktpersonen.

Der Algorithmus lernt dabei aus vorausgegangenen Situationen, sodass die Prognosen immer zuverlässiger werden. Auch an Anwendungen zur Demenzfrüherkennung anhand von Verhaltensanalyse wird geforscht. Diese sollen perspektivisch noch stärker ausgebaut werden.

Mit Nachbarschaftsnetzwerk zu mehr Wohnkomfort

Das Projekt QuarZ – Quartier der Zukunft – wird von den Stadtwerken Rüsselsheim geleitet. Hier geht es darum, Smart Homes mit weiteren Systemen in der Umgebung zu verknüpfen und die gesammelten Daten für neue Anwendungen bereitzustellen. Im Rahmen der »Smart Service Welten« vernetzt QuarZ ein Wohnviertel im Osten von Rüsselsheim und eröffnet den Bewohnerinnen und Bewohnern dadurch zahlreiche neue Möglichkeiten: So sollen sie etwa über eine Mobilitätsstation auf E-Car-Sharing zugreifen, in einem intelligenten Zählerportal in Echtzeit ihren Strom-, Gas- und Wasserverbrauch einsehen oder über eine nachbarschaftliche Kommunikationsplattform das Zusammenleben bequem organisieren und sich gegenseitig Hilfestellung leisten können.

Die zur Vernetzung nötigen Schnittstellen werden nicht auf Stadtebene, sondern auf Quartiersebene entwickelt und angeboten. Die Ergebnisse sind leichter skalierbar und standardisierbar, sodass die Umsetzung neuer Anwendungen einfacher und schneller gelingt. Die bequeme Bedienung der verschiedenen Services von der Wohnung aus ermöglicht die Anbindung an das sogenannte Quartiers-Cockpit. Das Cockpit und der lokale Gedanke bedeuten für die Bewohner einen schnelleren tatsächlichen Nutzen sowie eine leichte Integration der Dienste in den Alltag. Eine vereinfachte grafische Programmiersprache sorgt zudem dafür, dass sich neue Schnittstellen und Anwendungen leichter integrieren lassen. Zukünftig soll über die Smart City hinaus auch eine weitere Anbindung an Smart Regions möglich sein.

Die Programme »Smarte Datenwirtschaft« und »Smart Service Welten« fördern eine Vielzahl von weiteren Projekten, die vom Smart-Home- und Smart-City-Bereich über Industrie und Logistik bis hin zu Medizin und Energie reichen. In ihrer Summe geben die Projekte einen vielversprechenden Einblick in die smarte Welt der Zukunft. (kv)


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