EEBus Initiative

Selbst Weltkonzerne können heute nicht mehr alles alleine machen

24. Mai 2016, 13:45 Uhr   |  Hagen Lang

Selbst Weltkonzerne können heute nicht mehr alles alleine machen
© EEBus e.V.

Josef Baumeister, neuer Geschäftsführer der EEBus Initiative erklärt anlässlich der Offenlegung der EEBus-Spezifikationen die Arbeit des EEBus für technische Normung und Interoperabilität auf internationaler Ebene.

Josef Baumeister studierte Nachrichtentechnik in Deutschland. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Technik- und Management-Erfahrung im Bereich Mobile- und Cordless-Telecommunication sowie im Bereich Broadband.

Seit 2011 arbeitet er  bei der BSH Hausgeräte GmbH und ist dort für die Smart Home und Smart Appliances Standardisierung verantwortlich. Seit 2016 ist er zusätzlich Geschäftsführer der EEBus Initiative e.V.

Josef Baumeister ist Mitglied verschiedener Smart Home & - Smart Grid Standardisierungs-Gremien in IEC, CENELEC und DKE. Ferner unterstützt er aktiv nationale und internationale Smart-Home & - Smart Grid Allianzen sowie Gremien der Europäischen Kommission.

 

 

smarterworld.de: Herr Baumeister, die EEBus Initiative e.V. hat die EEBus Spezifikationen offen gelegt. Kann nun jedes interessierte Unternehmen das EEBus Datenmodell für seine Produkte verwenden?

Josef Baumeister: Ja, die Spezifikationen sind offen gelegt, über unsere Website herunter zu laden und alle Unternehmen können die Datenmodelle kostenlos in ihren Produkten implementieren. EEBus Technologie-neutrales Datenmodell „SPINE“ (Smart Premises Interoperable Neutral-Message Exchange) ermöglicht Interoperabilität über Gewerkegrenzen hinweg, weil die Nachrichten so konzipiert sind, dass sie über unterschiedlichste IP-Netzwerke und Non-IP sowie Hardware-Kanäle versandt werden können. Von der intelligenten Heizung und Waschmaschine über die PV-Anlage und den Wechselrichter bis zum Elektromobil wird Kommunikation möglich.

Als Transportprotokoll bietet sich z.B. SHIP (Smart Home IP) an, das EEBus Datenübertragung mittels einer sicheren TCP/IP-basierten-Lösung spezifiziert. Vorteile sind die schnelle Identifizierung und Discovery durch mDNS, eine gute Reconnection dank TLS Session Resumption und ein schneller Zugriff vom Webserver durch die Firewall dank WebSockets. SHIP basiert auf verbreiteten RFCs und ist konform zur Technischen Richtlinie TR03109 des BSI für intelligente Messsysteme und deren sicheren Betrieb.

Mit der SHIP-Spezifikation liegt eine vollständige IP-Spezifikation vor, die zur Normierung und zur IEC-PAS (Publicly Available Specification) eingereicht ist. In Arbeit ist auch eine verbesserte Eingliederung von Devices, die das CoAP (Constrained Application Protocol) nutzen. Hersteller, die ihre Geräte mit Konnektivität versehen möchten, haben mit den EEBus-Spezifikationen jetzt also eine gute Option.

smarterworld.de: Wie ist die Weiterentwicklung geplant? Wird es eine Kollaboration mit Interessierten ähnlich den Open Source Projekten geben oder behalten die EEBus-Mitglieder die Entwicklungshoheit?

Josef Baumeister: Eine Community-Szene ist wertvoll, aber wenn es darum geht, den Standard konkret weiter zu entwickeln, bleiben die EEBus-Mitglieder die treibenden Kräfte. Zum Beispiel diskutieren wir zur Zeit intensiv die Einbindung der E-Mobility. Technische und Business-Anforderungen aktiver Firmen sind in einer Open Community nur suboptimal (alternativ „begrenzter“?) zu adressieren. Die Integration von Ladesäulen für Elektroautos in das Smart Home-Umfeld gehört in die Hand der Initiativ-Unternehmen.

Bei zu vielen Mitwirkenden kann die Interoperabilität leiden, wie etwa zuletzt etwa bei Z-Wave, wo es unzählige Implementationen gab und die Hersteller nicht mehr recht wussten, welchen Weg sie einschlagen sollten. Auch bleiben wir bei unserem Fokus auf Energiemanagement und Smart Home. Wir erkennen an, dass es Bereiche wie das Entertainment oder Health Care und Ambient Assisted Living gibt, wo andere Organisationen bereits gute Standards erarbeitet haben. Hier müssen wir nicht das Rad neu erfinden, sondern kooperieren, wie zum Beispiel mit der Open Connectivity Foundation, um Interoperabilität zwischen unseren Standards herzustellen.

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1. Selbst Weltkonzerne können heute nicht mehr alles alleine machen
2. Kompatibilität zwischen Gewerken und Protokollen herstellen
3. Internationale Standardisierungsbemühungen werden koordinierter

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