Photovoltaikwärme aktiviert Beton

So richtig sparen mit solarelektrischem Heizen

21. April 2021, 14:03 Uhr   |  Kathrin Veigel

So richtig sparen mit solarelektrischem Heizen
© my-PV

In seinem Firmengebäude im oberösterreichischen Sierning setzt my-PV auf solarelektrische Heiztechnik. Damit sollen bis zu 67 Prozent Betriebskosten eingespart werden.

Die Solarfirma my-PV hat für Betriebsgebäude ein System zur Betonkernaktivierung mit Solarstrom entwickelt. Eine elektrische Fußbodenheizung gibt überschüssige Solarenergie in Form von Wärme an das Gebäudefundament ab. Dieses Speicherkonzept spart Ausgaben für die Heiztechnik und Betriebskosten.

Weil Photovoltaikanlagen nicht immer gleich viel Strom produzieren und Betriebsgebäude nicht immer die volle Heizleistung beanspruchen, benötigen solarelektrische Gebäude genügend Speichermasse für PV-Überschüsse. »Aufgrund seiner hohen Massedichte ist Beton ein hervorragender Wärmespeicher«, erklärt Geschäftsführer Gerhard Rimpler, warum my-PV mit dem überschüssigen Solarstrom die Betonmasse im Gebäudefundament aktiviert. Das massive Bauteil nimmt die Wärme auf und gibt sie zeitversetzt wieder frei. So muss der Strom nicht in das Netz eingespeist werden. Gleichzeitig werden Lastspitzen geglättet.

Üblicherweise erwärmen die Energieträger Wasser oder Luft das Fundament. Das Konzept von my-PV sieht jedoch vor, dass eine elektrische Fußbodenheizung die Energie an den Beton abgibt. So wird die Solarenergie erst dort in Wärme umgewandelt, wo sie gebraucht wird, also direkt im Boden. Die Leistungssteller AC•THOR 9s von my-PV regeln die Heizleistung stufenlos.

Da hydraulische Wärmespeicher und Verteilleitungen entfallen, fällt der finanzielle und materielle Aufwand für die solarelektrische Heiztechnik deutlich geringer aus als bei wasser- und luftgeführten Systemen. Die solarelektrische Wärmeerzeugung arbeitet zudem komplett geräuschlos und wartungsfrei.

Photovoltaische Betonkernaktivierung im Unternehmenssitz von my-PV

Im neuen Firmengebäude im oberösterreichischen Sierning setzt das Unternehmen das Konzept erstmalig um. Im März wurden die Elektroheizdrähte verlegt, die im Anschluss in das 25 bis 50 cm dicke Fundament eingegossen wurden. Eine 100-Kilowatt-Photovoltaikanlage auf dem Dach und an der Gebäudefassade produziert genügend Überschüsse, die eine leistungsgeregelte 40-Kilowatt-Elektroheizung im Fundament speichert. Die Heizlast des Niedrigenergiehauses in Holzleichtbauweise ist mit 14 Kilowatt zwar deutlich geringer, die überschüssige Energie kann jedoch durch die Bauteilaktivierung zwischengespeichert und später wieder abgegeben werden.

Die jährlichen Kosten für Wasser und Strom für das Gebäude mit einer Grundfläche von 858 Quadratmetern liegen voraussichtlich bei circa 2.100 Euro. Das sind 67 Prozent weniger als bei Betriebsgebäuden ähnlicher Größe mit herkömmlicher Heiztechnik. 

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

elektroniknet