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Hochtemperatur-Supraleitung (HTS): Deutschlands Spitzenposition ausbauen!

Die Hochtemperatursupraleitung wird eine wichtige Rolle in der Energiewende spielen und zieht jetzt in reale Anwendungen ein. Davon waren die Teilnehmer der ZIEHL-IV-Konferenz 2014 in Bonn überzeugt. Hier einige markante Aussagen von Teilnehmern der Konferenz.

Dr. Georg Menzen, BMWi

»Mit der Technik, die wir derzeit haben, können wir die Ziele der Energiewende nicht erreichen. Das 2011 formulierte Energieforschungsprogramm, zu dessen Zielen es gehört, die führende Positionen deutscher Unternehmen auszubauen und technische Optionen zu sichern und zu erweitern, sei also notwendiger denn je. Der im Koalitionsvertrag formulierte Satz, dass die Mittel für das Energieforschungsprogramm würden verstetigt, bedeute, dass die Mittel der Vergangenheit, auch künftig zur Verfügung stehen werden.«

Dr. Norbert von Thienen, Neue Werkstoffe MIWF NRW

»Supraleitung, das sind nicht nur Kabel, sondern auch weitere Netzkomponenten. Wenn Supraleiter jetzt Einzug in die Energietechnik halten, dann könnte das zu ganz neuen Anwendungen führen, an die wir heute noch gar nicht denken. Allerdings sind Durchhaltekraft und Entschlossenheit ist erforderlich.«

Dr. Werner Prusseit, ivSupra und THEVA:

»In Deutschland hat sich ein weltweit einmaliger Supraleiter-Cluster gebildet. Diese Spitzenposition gilt es nun auszubauen. Der Anwendungsbezug war auf der ZIEHL-IV-Konferenz 2014 noch stärker ausgeprägt als vor zwei Jahren. Die diesjährige Konferenz hat klar gezeigt: die Supraleitung ist kein Spielzeug mehr für das Labor, es geht um Installationen in der Realität und im großen Maßstab.«

»Das war ein weiteres Highlight der diesjährigen Konferenz: Es wurde klar, dass die Hersteller der 2G-Drähte ihre Kapazitäten ausbauen. Ab Mitte 2014 dürfte die 2G-Knappheit überwunden sein und das wird einen Schub geben.«

Prof. Rik W. De Doncker, RWTH:

»Wir müssen nicht nur mit der Energie, sondern auch mit den Materialien viel bewusster umgehen. Die Preise für Rohstoffe wie Kupfer und Stahl werden eher steigen. Eine De-Industrialisierung Deutschlands wäre deshalb nur dann zu befürchten, wenn der Energiewende kein Erfolg beschieden wäre.«

»Um 1 GW an Energie über die heutigen Drehstromnetze zum Endkunden bringen zu können, sind 17.500 t Kupfer und Stahl erforderlich, in Deutschland aufgrund besonderer Bestimmungen sogar 20.000 t. Mit Gleichstrom sinkt dieser Wert auf 6130 bis 7560 t. In Deutschland ließen sich damit 25 Mio. Euro pro GW einsparen. In Europa stiegen die Einsparungen auf nicht weniger als 21 Mrd. Euro.«

»Die zunehmende Nutzung von Leistungselektronik lässt Gleichspannungsnetze zu einer sinnvollen Alternative werden, da erforderliche Kabel in die existierende Infrastruktur integriert werden können und von der Gesellschaft akzeptiert werden.«

Dr. Stefan Blank, BASF New Business:

»Der gesunde Menschenverstand wird der Energiewende eine vernünftige Gestalt geben. Eine abgehobene Energiewende-Ideologie würde mehr zerstören als Gutes schaffen. Ich bin optimistisch, dass sich das einpendelt und dass wir bereits die richtige Richtung eingeschlagen haben.«